Vitamin D


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Abgeschickt von Thomas Schmeißer am 23 Dezember, 2001 um 14:31:38

Hallo an alle,

Als Vollrohkost-Vegetarier habe ich wegen des Vitamin D´s habe ich jetzt vor allem im Winter Bedenken da ich etwas zu faul bin öfters Mittags in die Sonne zu gehen.
Die Endstufe Vitamin D bekommt man als Vollvegtarier glaub nur durchs Sonnen/Tageslicht.
Ich überlege schon lange, ob ich immer mal morgends Rohmilch in geringen Mengen als "Monomalzeit" oder mit Honig trinke und danach mit dem Essen 1 Std. warte.

Aus einem Umkehrschluß folgere ich daß Vitamin D recht wichtig ist (1. Rachitis und 2. Die Vitamin-Entgiftung nach Müller-Burzler funktioniert ohne Vitamin D nicht).
Man liest so wenig darüber, daß Vitamin D in pflanzlichem sein soll, auch in Rohkostbüchern.

Im folgenden ein interessantes Ponsting im Rohkostforum Geschrieben von Rolf Delwe am 29. November 2001 11:24:48:
Als Antwort auf: Re: Vitamin D geschrieben von Alex S. am 28. November 2001 08:49:16)


Ich habe nachfolgend einige Auszüge (das Wesentliche in gedrängter Form) aus "Die Aufklärung des Vitamin D Rätsels" entnommen; das erstellt wurde mit Hilfe der US-Forscher Dr. David R. Fraser, Dr. Mark R. Haussler, Dr. Michael F. Holick, Dr. Robert Neer, Dr. Anthony W. Norman, und Dr. Munro Peacock, unter dem Aspekt: Der Weg von Forschung zum Nutzen für die Menschheit, einem Projekt der Nationalen Akademie der Wissenschaften.
Die Akademie, die ihren Sitz in Washington, D.C. hat, ist eine Gesellschaft bedeutender Gelehrter, die wissenschaftliche und technische Forschung betreiben und sich der Anwendung von Wissenschaft und Technologie für das öffentliche Wohlergehen widmen.

1897 zeigte Eijkman, daß Hühner jeweils an der Beriberi-ähnlichen Polyneuritis erkrankten, sobald ihr Futter auf polierten Reis umgestellt wurde.. Er bewies außerdem, daß durch die Zugabe von Kleie (den durch das Polieren entfernten Teilen) zum Hühnerfutter, die Krankheit geheilt werden konnte

Steenbock und E. B. Hirsch von der Universität in Wisconsin fanden 1913, daß milchproduzierende Ziegen, die im Stall gehalten werden, einen Großteil ihres Knochenkalziums verlieren im Vergleich zu jenen, die im Freien blieben

Der britische Arzt Sir Edward Mellanby, der nach einem Ernährungsmangel als der Ursache von Rachitis suchte, verfütterte Hafergrütze an Hunde, das Hauptgericht der Schotten,.Die Tiere wurden versehentlich während des gesamten Experimentes im Haus gehalten, was Rachitis auslöste. Eine Gabe von Lebertran heilte die Hunde.

1919, führte der deutsche Forscher K. Huldschinsky ein bemerkenswert innovatives Experiment durch und heilte Kinder mit Rachitis, indem er künstlich-produziertes ultraviolettes Licht benutzte. Zwei Jahre danach zeigten die Forscher Alfred F. Hess und L. F. Unger von der Columbia-Universität, daß sie imstande waren, rachitische Kinder durch die einfache Bestrahlung mit Sonnenlicht zu heilen.

1922, entdeckte McCollum einen "neuen" Wirkstoff indem er Lebertran erhitzte, somit das Vitamin A vernichtet, dem man damals noch die Heilung von Rachitis nachsagte. Ohne Vitamins A heilte der Lebertran Rachtis trotzdem. Ein unbekannter Wirkstoff war entdeckt. Da die Vitamine B und C erst kurz zuvor benannt worden waren, titulierte er die neue Wunderwaffe "Vitamin D".

Der schwedische Forscher Arvid Carlsson machte Anfang dieses Jahrhunderts die erschreckende Entdeckung, daß Vitamin D Kalzium sogar aus Knochen entfernen kann, wenn es vom Körper gebraucht wird.

Harry Goldblatt und Katherine Soames aus London entdeckten, daß die Lebern bestrahlter Ratten, wenn an andere Ratten verfüttert, das Wachstum förderten, wohingegen die Lebern unbestrahlter Ratten nicht dazu in der Lage waren. Zwei Forschergruppen, H. Steenbock und A. Black und Alfred Hess und Mildred Weinstock, folgten in den frühen zwanziger Jahren dieser Fährte und Huldschinskys Führung, und fuhren fort mit der Wirkung ultravioletten Lichtes auf Rattenfutter zu experimentieren

Unabhängig voneinander bestrahlten die zwei Forschergruppen entfernte Haut sowie Nahrungsmittel wie PFLANZLICHE ÖLE, Eigelb, Milch, KOPFSALAT oder Rattenfutter und fanden, daß Bestrahlung eine Substanz produzierte, die Rachitis genauso kurierte wie das Vitamin D im Lebertran. Ratten, die bestrahltes Futter zu sich nahmen oder deren Haut bestrahlt wurde, waren gegen Rachitis geschützt, im Gegensatz zu jenen, denen unbestrahltes Futter verfüttert worden oder deren Haut nicht bestrahlt worden war. Nachdem Steenbock erkannte, daß die einfache Bestrahlung bestimmter Nahrungsmittel, die normalerweise sowieso in der Nahrung vorkamen, eine große Anzahl von Kindern von der Knochenkrankheit verschonen könnte, ließ er den Prozeß der Bestrahlung von Nahrungsmitteln mit ultravioletten Licht 1924 patentieren.

1924 war der Kampf gegen Rachitis praktisch gewonnen. Überall in den Vereinigten Staaten begannen Kinder bestrahlte MILCH und BROT zu sich zu nehmen

Doch die Wissenschaftler wußten immer noch fast nichts davon, was Vitamin D war, oder wie es funktionierte.

Mehrere Forschungsteams, Steenbock und Black von Wisconsin; Hess, Weinstock und F. Dorothy Helman von der Columbia-Universität, und O. Rosenheim und T. A. Webster vom Nationalen Institut für Medizinische Forschung in London, bestätigten, daß die Substanz in tierischen und PFLANZLICHEN Fetten vorkommt. Sie bewiesen außerdem, daß es in der Fraktion der Fette lokalisiert ist, die Sterolmoleküle enthält. Die Forscher fanden, daß gereinigtes Cholesterin (ein tierisches Sterol) und PHYSTEROLE (pflanzliche Sterole), die beide an und für sich keine anti-rachitischen Eigenschaften hatten, nach UV-Bestrahlung anti-rachitisch wirkten.

Adolf Windaus aus Göttingen 1925 als führender Sterol-Experte anerkannt, ließ Hess nach New York kommen, um an anti-rachitischen Vitaminen zu arbeiten. Windaus arbeitete gleichzeitig mit Rosenheim und Webster in London, und 1927 schlossen beide Teams aufgrund einer Folge von geschickten chemischen Umwandlungen und Vergleichen mit bekannten Verbindungen, daß Ergosterol die Ausgangssubstanz von Vitamin D in der Nahrung war. In seinem eigenen Laboratorium in Göttingen, isolierte Windaus drei Formen des Vitamins: zwei aus bestrahlten PFLANZENSTEROLENdie er D1 und D2 nannte, und eines aus bestrahlter Haut, das er D3 nannte. Das britische Team von F. A. Askew definierte 1931 das chemische Make-up von D2, der Form von Vitamin D, die in bestrahlter Nahrung vorkommt (nun Ergocalciferol genannt) und die vom Vorläufermolekül Ergosterol abstammt. Fünf Jahre später, 1936, synthetisierte Windaus das Molekül 7-Dehydrocholesterol und konvertierte es durch Bestrahlung zu Vitamin D3, nun Cholecalciferol genannt. Obwohl angenommen wurde, daß Vitamin D in der Haut durch Photosynthese aus 7-Dehydrocholesterol hervorging, dauerte es mehr als drei Jahrzehnte bis dies letztendlich bewiesen war. R. P. Esvelts Team aus Wisconsin und Michael F. Holick von der Endokrin-Abteilung des Allgemeinkrankenhauses in Massachusetts demonstrierten unabhängig voneinander, daß Vitamin D3 in der Tat in der Haut durch Bestrahlung produziert wird.
Windaus wurde 1928 der Chemie-Nobelpreis für seine "Forschung in den Aufbau der Sterole und ihrer Verbindung zu Vitaminen" verliehen.

Die IG-Farben, witterte aufgrund dieser Entdeckungen sofort ein großes Geschäft, das Vitamin in großen Mengen herzustellen. Synthetisiertes Vitamin D war der Grundstein der öffentlichen Gesundheitkampagne, um Rachitis auszurotten.

Das Team von Hector F. DeLuca von der Universität von Wisconsin isolierte 1968 eine aktive Substanz, die als 25-Hydroxyvitamin D3 identifiziert wurde, und wie sie später herausfanden, in der Leber produziert wird. Während der nächsten zwei Jahre, beschrieben das Wisconsin-Team, Anthony W. Norman und Kollegen von der Riverside-Universität in Kalifornien und E. Kodicek und Mitarbeiter von der Cambridge-Universität in England unabhängig voneinander die Existenz eines zweiten aktiven Metaboliten. Kodicek und David R. Fraser zeigten, daß dieser zweite Metabolit in der Niere produziert wird. 1971 schließlich veröffentlichten alle drei Forschergruppen Berichte, in denen sie die chemische/molekulare Struktur dieses Metaboliten, der als 1,25-Dihydroxyvitamin D3 identifiziert wurde, beschrieben. Damit war klargestellt, daß die Leber Vitamin D3 in 25-Hydroxyvitamin D3, die zirkulierende Hauptform des Vitamins, umwandelt. Die Nieren konvertieren 25-Hydroxyvitamin D3 dann zu 1,25-Dihydroxyvitamin D3, der aktiven Form des Vitamins.

Ein wichtiges Ergebnis jener Experimente war die Neuklassifizierung von 1,25-Dihydroxyvitamin D3, der aktiven Form von Vitamin D, als ein Hormon, das den Kalziumstoffwechsel steuert. Ein Hormon ist eine chemische Substanz, die von einem Organ produziert wird, und dann im Blutkreislauf zu einem Zielorgan, wo es eine bestimmte biologische Reaktion verursacht, transportiert wird. Der Grund für die Neuklassifizierung der aktiven Form von Vitamin D war die Realisierung, daß 1,25-Dihydroxyvitamin D3 von den Nieren produziert wird, und daß es sich nach Sekretion durch die Nieren in den Zellkernen des Darms anhäuft, wo es den Kalziumstoffwechsel reguliert. Mark R. Haussler von der Universität in Arizona bestätigte 1975 die Entdeckung eines Proteinrezeptors, der aktives Vitamin D an den Kern von Darmzellen bindet.

Die Amerikanische Gesundheitsbehörde genehmigte 1994 eine auf Vitamin D-basierende, äußerlich angewandte Behandlungsmethode für Schuppenflechte, Calcipotriol ( (dem Hormon Vitamin D) genannt. (Zitatende)

Was lernen wir daraus.

1.) Es ist also nicht notwendig das Hormon "Vitamin D" über die Nahrung aufzunehmen, weil der Organismus durch Photosynthese ausreichend selbst produziert. Voraussetzung ist ein intakter Stoffwechsel und keine Leber- oder Nierenschäden.
US-Wissenschaftler meinen, daß tgl. 15-20 Min. zur Aufnahme von Sonnenlicht an Kopf, Händen und Armen ausreichen.

2) Einziges Lebensmittel, das Vitamin D in großen Mengen enthält, ist Lebertran

3.) Daß die Vorstufen zur Bildung des Hormons in der Haut, sowohl in (ölhaltigen) Pflanzen vorkommt und durch Bestrahlung sogar aus Pflanzen wie Kopfsalat und sogar aus gebackenem Brot synthetisiert werden kann.

4) Daß bei Kalziummangel, das Hormon Vitamin D Kalzium aus den Knochen zieht, wenn es woanders fehlt..

5) Bei der Erstellung von Analysen, Art und Aufzucht von Pflanzen und Tieren wichtig sind. Bei Pflanzen und Tieren die im "Freiland" gezüchtet werden wird man wohl positivere Ergebnisse bekommen, als bei Pflanzen die in Gewächshäusern, Folientunneln oder mit Folien abgedeckt die allesamt uv-stabile Eigenschaften haben gezogen werden; sowie Tiere, die durchweg im Stall gehalten werden. Somit sind solche Analysen mit Vorsicht zu genießen, weil es durchaus möglich ist, daß z.B. Planzen aus dem Gewächshaus mit Tieren die im Freien leben verglichen werden. Oder umgekehrt. Ebenso ist Getreide aus Intensivanbau für eine Vitamin-D-Analyse untauglich, weil a) die Keime zu Gunsten von mehr Stärke und Haltbarkeit wegmanipuliert wurden und b) weil die Pflanzen streng genommen im Intensivanbau nicht "artgerecht" gezogen werden. Letzers gilt für alle konventionell gezogenen Pflanzen.

6) Daß die Lehrmeinung an deutschen Universitäten betreffs Vitamin-D-Nichtvorkommen in Pflanzen Gründe kommerzieller Natur haben. Warum sonst, wird das Vorkommen in Pflanzen abgestritten, wo z.B. amerikanische Wissenschaftler Patienten mit Vitamin-D-Mangel ausdrücklich Avocados empfehlen, weil nach deren Analysen 100g Avocados den Tagesbedarf an Vitamin D decken.


Viele Grüße

Thomas




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