Abgeschickt von H. Müller-Burzler am 17 Oktober, 2003 um 15:40:03:
Antwort auf: Re: raffinierter Zucker - Bewertung der Gefährlichkeit von Kleinstmengen in Kombination mit Vollkorn von Laura am 17 Oktober, 2003 um 08:55:48:
Hallo Laura,
ein Kaffeelöffel vollraffinierter Zucker (= ca. 5 Gramm) reichen schon aus, um in Verbindung mit Vollkorngetreide krankmachende Darmflorastörungen zu verursachen. Dies betrifft auch den Rohrohrzucker bzw. Rohzucker, wenn auch etwas weniger stark.
Wenn man jedoch ein Bonbon, das zwischen zwei bis fünf Gramm Zucker enthalten kann, auf leeren Magen ca. ein bis zwei Stunden vor einem Mittagsgericht mit Vollkorn lutscht, hat das Bonbon den Magen einerseits verlassen und andererseits ist der Großteil des Zuckers dann bereits im Darm resorbiert worden. Mit dem Getreide der Mittagsmahlzeit kommen solch geringe Mengen Zucker also kaum noch in Kontakt. Es entstehen durch das Bonbon dann zwar auch geringfügige Darmflorastörungen, aber keinesfalls so starke wie durch die direkte Kombination bzw. Vermischung von Zucker mit Vollkorngetreide im Verdauungstrakt.
Je größer nun die Zuckermengen werden, die man vor einer Mahlzeit zu sich nimmt, umso eher kommt es dann natürlich auch zu Vermischungen der Nahrungsmittel mit den entsprechenden Darmflorastörungen im Verdauungstrakt.
Als Regel kann man sich also merken: Je weniger raffinierten Zucker man isst, desto besser ist es. Sehr geringe Mengen Zucker (= nicht mehr als 5 bis 10 Gramm), die man mehr oder weniger für sich allein (Bonbons bzw. Süßigkeiten ohne größere Anteile anderer Inhaltsstoffe) lange genug vor einem Vollwertessen zu sich nimmt, verursachen bei den meisten Menschen jedoch keine "gravierenden" Beschwerden - es gibt also durchaus Menschen, die schon ein bis zwei Gramm raffinierten Zucher spüren!. In einem solchen Fall würde ich auf jeden Fall beim Vollkorngetreide bleiben und es nicht durch Weißmehl in den Mahlzeiten ersetzen. So handhaben wir dies auch bei unseren Söhnen. Das Problem ist uns also durchaus bekannt.
Es ist mir nicht besonders leicht gefallen, diesen Beitrag zu schreiben, da man Auszüge bzw. Zitate daraus auch völlig falsch interpretieren kann, vor allem dann, wenn man meine Grundeinstellung gegenüber dem raffinierten Zucker nicht kennt. Nur weil wir bei unseren Kindern diesen "faulen Kompromiss" ab und zu eingehen "müssen", kann ich darüber überhaupt so detailliert schreiben. Hätte ich die entsprechenden Erfahrungen nicht gemacht, würde ich den raffinierten Zucker kompromisslos ablehnen, was meine Frau und ich selbstverständlich für uns selbst auch tun. Bei uns gibt es seit mehr als 10 Jahren diesbezüglich keine Ausnahmen mehr - auch nicht zu Ostern oder Weihnachten. Raffinierter Zucker ist und bleibt einfach einer der größten "Krankmacher" aus dem Bereich der Lebensmittelindustrie.
Viele Grüße
H. Müller-Burzler