Re: Getreideunverträglichkeit


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Abgeschickt von H. Müller-Burzler am 09 Maerz, 2002 um 16:04:24:

Antwort auf: Getreideunverträglichkeit von Andreas am 06 Februar, 2002 um 13:21:17:

Hallo Andreas,
die rege Diskussion über das Thema Getreide zeigt mir, wie wichtig dieses Thema ist. Ich muss immer wieder erkennen, wie unterschiedlich doch das Wissen der Menschen ist und dass ich viele Themen in „Gesund und Allergiefrei“ noch ausführlicher hätte behandeln können. Aber dafür dient ja nun das Forum, in dem sich alle Interessierten informieren können.
Was die Enzymleistung der Bauchspeicheldrüse anbetrifft, ist sie, wenn das Organ gesund und leistungsfähig ist, hervorragend auf die Verdauung von komplexen Kohlenhydraten eingestellt. Das weiß ich seit nunmehr über acht Jahren, nachdem ich die speziellen Untersuchungsmethoden zur genauen Austestung der Verdauungskraft entdeckt hatte. Dabei kam und kommt immer wieder heraus, dass verdauungsstarke, gesunde Menschen ohne Ausnahme die Verdauungskapazität für mehrere hundert Gramm Getreide haben! Sie können also eine enorme Menge der kohlenhydratverdauenden Enzyme Amylase und Maltase bilden, die für die Zerlegung von komplexen Kohlenhydraten wie Stärke unentbehrlich sind. Wer daher eine gesunde Enzymfunktion der Bauchspeicheldrüse hat, kann somit auch problemlos größere Mengen an Getreide verdauen. Ich weiß daher, dass der Mensch grundsätzlich hervorragend an die Ernährung mit Getreide angepasst ist! Er muss es nicht unbedingt essen, er kann es aber.

Da Sie nun seit 9 Jahren kaum Getreide gegessen haben, wundert es mich gar nicht, wenn Sie es nicht mehr vertragen, das heißt verdauen können. Das betrifft nämlich in der Regel die meisten Rohköstler, die aus zumeist ideologischen Gründen für längere Zeit auf Getreide verzichten. Denn Getreide enthält nicht nur eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe, sondern auch genau diejenigen feinstofflichen Energien, die zur Aktivierung derjenigen Bauchspeicheldrüsenzellen notwenig sind, welche die hohlenhydratverdauenden Enzyme produzieren. Essen Sie für längere Zeit kein Getreide und nur wenig Lebensmittel, die diese Energien ebenfalls in sich haben, wie die meisten Hülsenfrüchte, dann schlafen die entsprechenden Zellfunktionen der Bauchspeicheldrüse mit der Zeit regelrecht ein. Wenn Sie dann nach einigen Jahren wieder Getreide essen, können Sie es nur noch in ausgesprochen geringen Mengen verdauen. Essen Sie mehr, als Sie verdauen können, gären die unzerlegten Kohlenhydrate in Ihrem Darm und Sie entwickeln mehr oder weniger starke Darmflorastörungen mit Pilzerkrankungen und können dadurch regelrecht krank werden. Und genau das passiert vermutlich bei Ihnen, wenn Sie Getreide essen. Ihre Symptome sind daher einerseits eindeutige Vergiftungsymptome.
Andererseits haben Sie seit vielen Jahren relativ wenig Yangenergien mit der Nahrung aufgenommen (siehe das Kapitel 13 in „Gesund und Allergiefrei“), weshalb es bei (fast) allen Menschen, die sich lange Zeit ausschließlich oder überwiegend von yinüberschüssigen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Nüssen und Ölsamen, ernähren, zu starken Entgiftungssymtomen kommen kann, wenn sie wieder das yangüberschüssige Getreide essen. Denn Yangernergien mobilisieren völlig andere Gifte und Stoffwechselendprodukte in unserem Körper als das yinüberschüssige Gemüse oder Obst. Und wer über viele Jahre kaum Yangenergien aufgenommen hat, kann dann natürlich extrem zu entgiften beginnen. Dies ist ein Grund, warum die herkömmliche Rohkosternährung mit Obst, Gemüse, Nüssen und Ölsamen einseitig ist. (Der Vollständigkeit halber muss ich jedoch ergänzen, dass es dennoch eine yinüberschüssige reine Rohkosternährung mit Früchten und Nüssen gibt, die, wenn man sie richtig anwendet, den Körper dennoch von allen Stoffwechselendprodukten und Giften befreien kann. Dieses komplexe Thema ist eines der zentralen Inhalte des Folgebuches von "Gesund und Allergiefrei". Außerdem spreche ich es im dritten Teil unserer Ernährungsseminare an.)
Neben all dem muss ich leider auch immer wieder feststellen, dass viele Rohköstler unterernährt sind, das heißt, dass sie unter einem chronischen Mangel wichtiger Nährstoffe, wie Zink und Mangan, leiden. Zink und Mangan kommen nämlich unter anderem viel in Getreide, Nüssen und Ölsamen vor. Essen wir diese Lebensmittel hingegen wenig oder gar nicht, kann es mit der Zeit zu einem Mangel dieser und anderer Nährstoffe kommen. Zink und Mangan sind jedoch unter anderem unentbehrlich für eine gesunde Funktion der enzymbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Ein Mangel dieser Mineralien trägt daher ebenfalls zu einer Unterfunktion dieses Organs bei.

Wie Sie nun aus dieser Sackgasse wieder herauskommen, habe ich ausführlich in „Gesund und Allergiefrei“ beschrieben. Natürlich gehe ich dort auch ausführlich auf die große Bedeutung von Getreide ein. Auf jeden Fall dürfen Sie anfangs nur äußerst geringe Mengen Getreide aufnehmen und sollten die Kohlenhydratverdauung nicht häufiger als zweimal wöchentlich mit angekeimtem Getreide (maximal 10 Gramm) aufbauen, da Sie sonst zu intensiv entgiften werden! Seien Sie sich bewusst, dass dieser Prozess bei Ihnen je nach der Ausgangssituation bis zu drei Jahren dauern kann!

Recht herzliche Grüße H. Müller-Burzler



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