Re: Brennen im Mund


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Abgeschickt von Peter am 11 Mai, 2002 um 12:19:24:

Antwort auf: Brennen im Mund von edith am 10 Mai, 2002 um 08:40:38:

Hallo,

das ein Herzschrittmacher mit dem Brennen im Mund zusammen hängt glaube ich nicht.
Soweit mir bekannt nennt man diese Erkrankung "burning mouth syndrome" (BMS). Dieses haben einige Frauen nach der Menopause. Viele Frauen leiden auch unter massiver Mundtrockenheit und Geschmacksstörungen. Typisch ist generell, dass die Beschwerden im Laufe des Tages zunehmen. Abklären sollte man vorher ob eine Candida- oder Bakterien-Infektion, ein Vitaminmangel, Nebenwirkung auf Medikamente, Refluxerkrankung, Bluterkrankungen (Eisenmangelanämie und perniziöse Anämie), Diabetes oder bestimmte rheumatische Erkrankungen vorliegen
Behandelt wird diese Erkrankung (BMS) meist mit Medikamentenhämmer wie Benzodiazepinen (Clonazepam, Chlordiazepoxid), trizyklische Antidepressiva und Antikonvulsiva (Gabapentin). Ob dies sinnvoll ist sei dahin gestellt. Allerdings gibt es eine nachgewiesene Erfolgsquote. Alternativ kann man es mit einer Densensibilisierung versuchen, die aber nicht bei allen Patienten hilft: Scharfen Pfeffer im Verhältnis 1:2 mit Wasser (1 Teelöffel) mischen und damit den Mund durchspülen. Wenn es die Patienten vertragen, Mischung auf 1:1 erhöhen. Nicht erfolgreich sind folgende Therapien: Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer sowie andere serotonerge Antidepressiva. Ob es homöopathische Mittel gibt, weiß ich nicht. Allerdings wenn die Mutter bereits seit längerem starke Medikamente einnimmt, ist eine Candidainfektion entweder als Auslöser oder Folgeerkrankung nicht ganz unwahrscheinlich.
Die Mitarbeit der erkrankten Person ist entscheidend:
Zunächst sollte der Patient versuchen, sein Beschwerdebild so objektiv, wie möglich zu beobachten. Ist das Brennen tatsächlich den ganzen Tag in unerträglichem Maß vorhanden oder gibt es auch „bessere Zeiten„? Es wäre also notwendig herauszufinden, unter welchen Bedingungen das Brennen verstärkt bzw. nicht ganz so quälend ist. Diese Beobachtung hilft den Patienten zu erkennen, daß Ablenkung durch Beschäftigung mit bestimmten Dingen, häufige soziale Kontakte oder eine gelungene Urlaubsreise das Schmerzerleben positiv beeinflussen können, weil sich dann die Schmerzwahrnehmung verändert. Das Brennen wird weniger quälend empfunden.
Ganz besonders wichtig ist die Beobachtung und Kontrolle unbewußter Verhaltensgewohnheiten, von denen weiter oben schon die Rede war (Zungenpressen…).
Über die Anwendung von Medikamenten und Spülflüssigkeiten sollten sich die Betroffenen mit ihrem Zahnarzt eventuell Hausarzt (v.a. um andere Erkrankungen auszuschließen) verständigen.
Mitunter müssen die Patienten aber während der oft langen Behandlung lernen, daß ein sinnvolles und zufriedenes Dasein auch mit einem Krankheitssymptom möglich ist, denn all zu oft gelingt es nicht, die Beschwerden restlos zu beseitigen.
Ich hoffe, dass ich etwas helfen konnte.

Gruß

Peter




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