Re: Mobilfunk und Entgiftung


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Abgeschickt von K-H am 08 Juli, 2002 um 21:42:25:

Antwort auf: Mobilfunk und Entgiftung von Oliver H. am 08 Juli, 2002 um 19:08:38:

: Hallo,

: Ich höhrte letztens von einer Studie, die besagt, daß nach 30 sek. Telefonieren mit einem Handy die Gehirn-Blut-Schranke durchlässig wird, für ca. 8 Std. Die Gehirn-Blut-Schranke sorgt dafür, daß möglichst keine im Blut befindlichen Gifte in das Gehirn gelangen.
: Wenn man nun eine Entgiftungskur macht, werden ja durch die Mobilisierung zeitweilig verstärkt abgelagerte Giftstoffe aus dem Bindegewebe ins Blut ausgeschwemmt, damit diese dann vom Körper ausgeleitet werden. D.h. während einer Entgiftung ist das Blut zeitweilig stärker mit Giften belastet und Handytelefonieren wäre äußerst kontraindiziert, oder?
: : Gruß von Oliver
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Hallo Oliver,
ich weiß nicht, ob Dir folgender Artikel etwas bringt:
Aber falls JEMAND BERUFLICH BEDINGT viel mit handy telefonieren MUSS, dann
könnte die Protector-Handytasche von PTR eine kleine Hilfe sein.

Zwei Geräte sind tatsächlich in der Lage, Elektrosmog zu reduzieren. Die
Protector-Handytasche von PTR ist als einzige "empfehlenswert". Sie hielt die
Antennenstrahlung eines Handys bis zu 99 Prozent vom Kopf des Benutzers fern.


http://www.carechannel.de/cgi/ot/otgp.cgi?doc=9328

ÖKO-TEST März 99
Elektrosmog-Abschirmgeräte
Wer's glaubt, wird selig

Elektrosmog kann der Gesundheit schaden, warnen kritische Wissenschaftler
seit geraumer Zeit. Dagegen bieten zahlreiche Firmen dubiose Schutzprodukte
an und verdienen sich eine goldene Nase.

Marco muß still liegen. In einer abgeschirmten Kammer der Klinisch-Experimentellen
Forschungseinrichtung der Medizinischen Universität Lübeck ist er von den
Einflüssen der Außenwelt abgeschirmt. Die Augen hält der junge Mann geschlossen,
schlafen darf er jedoch nicht. Sein Kopf ist verkabelt. Mit fünf Elektroden werden
Marcos Gehirnströme gemessen und die Daten in einen Computer eingespeist.
Gleichzeitig zeichnet ein Schreibgerät den Verlauf der Gehirnströme auf
Endlospapier. Neben Marco liegt ein Handy, von dem er nicht weiß, ob es sendet
oder nicht.
Und da ist noch etwas: Ein goldglänzendes Metallscheibchen mit einem Loch in der
Mitte klebt auf dem Funktelefon. Nahe der Antenne plaziert mache dieser Handy
Protector den Elektrosmog für den Menschen biologisch verträglich, behauptet die
Firma IQ-Energie-Systeme. Ihr Motto: "Mobil telefonieren und gesund bleiben". Die
Produkte seien mit "natürlichen Frequenzen aufgeladen, die die digitale und
schädliche Frequenz des Handys für den Körper nicht erkennbar machen", verspricht
der Beipackzettel.
ÖKO-TEST wollte wissen, was an solchen dubiosen Versprechen überhaupt dran ist
und hat deshalb den Medizinphysiker Dr.Lebrecht von Klitzing mit einem Test
beauftragt. Anhand der oben beschriebenen goldglänzenden Metallscheibe haben
wir beispielhaft untersucht, ob sich damit tatsächlich "Elektrosmog biologisch
verträglich" machen läßt. Das Ergebnis: Durch das eingeschaltete Handy wurden die
Gehirnströme von vier der insgesamt fünf Versuchspersonen, die Dr. von Klitzing
testete, verändert. Dabei war es gleichgültig, ob die pfenniggroße Unterlegscheibe im
Spiel war oder nicht. Der Handy Protector hatte keine Schutzwirkung.
Insgesamt haben wir 22 Produkte eingekauft, die irgendwie gegen Elektrosmog
helfen sollen. Überwiegend werden sie per Versand angeboten. Zwei Geräte, eine
Handytasche und eine Abschirmung für Handyantennen, sollen den Elektrosmog
physikalisch abschirmen. Die Anbieter der meisten anderen Produkte versprechen
dagegen, Elektrosmog biologisch verträglich machen zu können. Dabei hört sich eine
Wirkungsweise abenteuerlicher an als die andere.
So soll man den Terracos-Master Mini - eine abgeschnittene, etwa ein Zentimeter
hohe ehemalige Plastik-Filmdose, die ein paar Gramm Sand, Steinchen oder
Schmutz sowie ein Stückchen Tonband enthält - auf sein Handy kleben. Damit
werden angeblich die "intensiven Strahlen gebändigt" - und das für satte 80 Mark.
Der Evdan-Regulator kostet gleich 438 Mark. Dieses Holzgehäuse enthält Glasröhren
mit durchsichtigen und bunten Kügelchen und soll möglichst nahe am oder im
Stromverteilerkasten plaziert werden - zur "Reduzierung feinster, den Menschen
belastenden Oberwellen von Elektro-Mikrowellensmog".
Dem sogenannten IT-Stecker muß man erst eine "Information aufprägen", bevor man
ihn in die Steckdose steckt. Dann soll das Teil "bio-positive Wirk-Energien" von sich
geben und gesundheitliche Gefahren, die von Elektrosmog drohen, vermindern. Im
Grunde ist dieser IT-Stecker nichts anderes als ein handelsüblicher
Feuchtraumstecker. Er besteht innen aus zwei kurzen Drahtstückchen, befestigt an
den Schrauben des Steckers, zwei kurzen grauen Plastikstäbchen und zwei Klecksen
Heißkleber. Das Ganze gibt's für 178 Mark.
Unabhängig davon, was die Anbieter versprechen, hat der Neusser Baubiologe
Wolfgang Maes zunächst alle Geräte physikalisch geprüft: Er hat gemessen, ob ein
Produkt in der Lage ist, Elektrosmog abzuschirmen oder ob es sogar selbst
Elektrosmog erzeugt. Darüber hinaus haben wir die Firmen aufgefordert, uns
Gutachten, Studien oder ähnliches zu schicken, womit sich die von ihnen gemachten
Werbeversprechungen belegen lassen. Der Lübecker Medizinphysiker und
Elektrosmog-Experte Dr. Lebrecht von Klitzing hat für uns diese Gutachten,
Stellungnahmen und Werbeprospekte wissenschaftlich ausgewertet.
Das haben wir herausgefunden
Zwei Geräte sind tatsächlich in der Lage, Elektrosmog zu reduzieren. Die
Protector-Handytasche von PTR ist als einzige "empfehlenswert". Sie hielt die
Antennenstrahlung eines Handys bis zu 99 Prozent vom Kopf des Benutzers fern.
"Eingeschränkt empfehlenswert" ist der Handyschutz von Cepo. Mit dieser
Halbmanschette für die Handyantenne erreichten wir eine bis zu 80prozentige
Abschirmung.
Für drei Geräte haben die Anbieter Gutachten vorgelegt, die nach der Einschätzung
von Dr. von Klitzing eine biologische Wirkung zumindest theoretisch als denkbar
erscheinen lassen. Wissenschaftlich bewiesen ist sie damit allerdings noch lange
nicht. Eine Abschirmung war bei diesen Produkten nicht nachweisbar. Sie wurde
aber von den Anbietern auch nicht versprochen. Wir haben diese Geräte deshalb als
"weniger empfehlenswert" eingestuft.
15 Produkte sind "nicht empfehlenswert", weil die Werbeaussagen überhaupt nicht
belegt wurden. Eine Abschirmwirkung war zudem in keinem Fall nachweisbar oder
versprochen worden.
Zwei weitere Geräte verursachen selbst Elektrosmog, anstatt ihn abzuschirmen und
sind deshalb "nicht empfehlenswert".
Elektrosmog wird von niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern
sowie hochfrequenten elektromagnetischen Wellen verursacht. Funktelefone arbeiten
mit Mikrowellen, die beim D- und E-Netz mit 217 und bei schnurlosen
DECT-Telefonen mit 100 Hertz gepulst sind. Das heißt, die Funkwellen gehen 217
oder 100 mal in der Sekunde an und aus. Ein elektrisches Wechselfeld entsteht,
sobald zum Beispiel eine Lampe mit dem Stromnetz verbunden wird. Schaltet man
sie ein, fließt Strom, und ein magnetisches Wechselfeld kommt hinzu.
Welche gesundheitsschädlichen Auswirkungen diese Wellen und Felder haben, ist
unter Wissenschaftlern umstritten. Die einen warnen vor großen Gefahren wie
Hirntumoren oder Beeinträchtigungen des Immunsystems. Andere halten diese
Warnungen für überzogen.
Gepulste Strahlung bringt außerdem die Hirnströme durcheinander. Das läßt sich
mit dem EEG nachweisen - was es allerdings gesundheitlich bedeutet, ist noch
unklar. Dr. Lebrecht von Klitzing beobachtete solche Veränderungen schon bei 0,1
Mikrowatt pro Quadratzentimeter (µW/cm2). Die Strahlungsstärke von Handys liegt
sogar in 30 Zentimetern Entfernung noch bis zu zehntausendfach über diesem Wert.
Diese Zahlen relativieren leider auch die Erfolge unserer beiden Testsieger. Denn
trotz der 99prozentigen Abschirmung der Protector-Handytasche können immer noch
bis zu 10 µW/cm2 Strahlung den Kopf treffen - beim Cepo-Handyschutz sogar bis zu
200µW/cm2. Hinzu kommt, daß wir unsere Werte in 30 Zentimetern Abstand vom
Handy gemessen haben. Was im sogenannten Nahfeld direkt am Kopf passiert, ist
bis heute nicht einmal meßbar, gibt Dr. von Klitzing zu bedenken.
Die Anbieter der meisten anderen Produkte machen sich über solche Fragen
offensichtlich keine großen Gedanken. Sie behaupten einfach, den Elektrosmog
biologisch verträglich machen zu können. Der RayMaster SP 1, eines der am meisten
umworbenen Geräte, besteht aus fünf Glasröhren und zwei Drahtspulen in einem
Kunststoffgehäuse von der Größe einer Zigarettenschachtel. Er bewirke eine
"physikalische Neutralisation der krankmachenden Anteile elektromagnetischer
Felder" und schütze den Körper so vor Elektrosmog. Das Beweisverfahren von
RayMaster beruht unter anderem auf Hautwiderstandsmessungen an
Akupunkturpunkten.
"Mit solchen Studien werden vermutlich nur Placebowirkungen belegt, die auch bei
ganz gewöhnlichen Arzneimitteln auftreten", erklärt Dr. von Klitzing. Nach neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen könnten durchschnittlich "70 Prozent aller
Patienten durch Placebos zufriedenstellend therapiert oder sogar geheilt werden",
schreibt die Ärztin Dr. Gunver Sophia Kienle vom Freiburger Institut für angewandte
Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie in der Deutschen Apotheker
Zeitung. Das heißt: Man muß nur fest daran glauben, dann hilft's schon, indem
beispielsweise die körpereigenen Abwehrkräfte ein wenig aktiviert werden.
Auch die Firma Tecno AO hat uns mehrere Studien vorgelegt, die eine biologische
Wirksamkeit ihrer beiden Bioschutz-Antennen im Tierversuch und am Menschen
belegen sollen. Dr. von Klitzings Fazit: "Die Werbeaussagen sind trotz der
wissenschaftlich anzuerkennenden Belege bei dem derzeitigen Kenntnisstand nicht
nachvollziehbar." Ein reiner Placebo-Effekt ist also nicht auszuschließen. Der
Lübecker Medizinphysiker hält Geräte wie den RayMaster und die
Bioschutz-Antennen
für problematisch, weil sie dazu verführen, sich Elektrosmog ungeschützt
auszusetzen.
Auf Elektronik gesetzt hat die Firma Medical Magnetic bei der Entwicklung ihres
Electro-Smog Neutralizers, der am Körper getragen werden soll. Er strahlt
magnetische Felder der Frequenz 7,83 Hertz aus. Eine natürliche Strahlung zwischen
Erdatmosphäre und Ionosphäre hat die gleiche Frequenz. Forscher der
amerikanischen Weltraumbehörde NASA haben festgestellt, daß sie Astronauten
hilft, Streß abzubauen.
Während die natürliche Strahlung jedoch auf den ganzen Menschen wirkt und
tageszeitlich schwankt, wird hier der Körper mit der hundertmillionenfachen Stärke
bombardiert - und das auch noch gepulst. Das Gerät verursacht hundert mal mehr
Elektrosmog, als die schwedische TCO-Norm für strahlungsarme
Computerbildschirme zuläßt, anstatt ihn zu neutralisieren.
Ähnliches gilt für die Solti-Salzkristallampe von Vogelflug, die von einem Reformhaus
in Frankfurt am Main pauschal "gegen Elektrosmog" angeboten wurde. Sie sorge für
eine Zufuhr von negativen Ionen in die Raumluft, die durch Elektrosmog
verlorengehen. Das tat sie nicht. Im Gegenteil: Selbst im ausgeschalteten Zustand
verursachte die Leuchte, gefertigt aus einem großen, bernsteinfarbenem Salzkristall,
eine Feldstärke von 150 Volt pro Meter (V/m). Im Vergleich dazu läßt die
TCO-Norm
nur 10 V/m zu.
Was tun?
Lediglich zwei von 22 Produkten in unserem Test können tatsächlich Elektrosmog
reduzieren. Deshalb ist generell Vorsicht gegenüber solchen "Schutzgeräten"
angeraten - besonders dann, wenn sie angeblich die biologische Wirkung von
Elektrosmog verträglicher machen.
Ein Netzfreischalter kostet 100 bis 400 Mark und ist eine sinnvolle Investition. Er wird
an die Sicherung gekoppelt und blockiert die Netzspannung, sobald kein Strom
verbraucht wird.
Wenn Sie wissen möchten, welche Babyphone (Sonderheft Kleinkinder Teil 2),
Heizdecken (ÖKO-TEST-Magazin 1/98) oder Radiowecker (ÖKO-TEST-Magazin
10/97) mehr und welche weniger Elektrosmog verursachen, können Sie die Hefte mit
der Karte neben Seite 26 bestellen.
Rat oder Hilfe zum Thema Elektrosmog bieten: Selbsthilfeverein für Elektrosensible,
Tel. 089/23337501; Bundesverband gegen Elektrosmog, Tel. 06120/910008.
Ausführliche Informationen zum Thema Elektrosmog bietet das Buch Streß durch
Strom und Strahlung des Baubiologen Wolfgang Maes. Es wird vom Institut für
Baubiologie und Ökologie in Neubeuern herausgegeben und kostet 42 Mark.
Vom EMF-Monitor, Informationsdienst über Elektromagnetische Felder, Umwelt und
Gesundheit, der vom Ecolog-Institut herausgegeben wird, können Sie ein
kostenloses Probeexemplar anfordern: Tel. 0511/9245646 oder E-Mail
ecologinst@aol.com.
Informativ ist auch der Elektrosmog-Report, herausgegeben vom Nova-Institut für
politische und ökologische Innovation, Tel. 02233/ 943684. Den Elektrosmog-Report
finden Sie auch im Internet: http:/www.nova-institut.de;
http://www.datadiwan.de/esmog/.

Autor: Peter Hermes

Testergebnisse per Faxabruf unter:
0190 / 14 20 43 135 [ 0,62 € / Min. ]

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