Über das Wesen der Atemnot bei Asthma


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Abgeschickt von Richard Friedel am 21 November, 2002 um 09:34:02

Bei der Asthmabehandlung spielt das Gefühl der Brustenge eine schicksalhafte Rolle, ist sie doch der Grund für die Behandlung mit bronchienerweitenden und auch anderen Medikamenten. Die Auswirkung dieser Behandlung ist aber wenig zufriedenstellend. Die Mittel bringen zwar eine dramatische Linderung der Brustenge und können sogar lebensrettend sein. Der Preis ist aber, dass die Patienten in eine Abhängigskeiterkrankung geraten. Das Leiden verschlimmert sich in der Tendenz. Außerdem ist seit Jahrzehnten ein ständiger Zuwachs der Krankheit und der Todesfälle zu verzeichnen.

Allerdings scheinen einzelne Asthmatiker eine relativ unbeschwerte Kindheit hinter sich zu haben und ein Erwachsenenleben mit Teilnahme an Sport zu genießen.

Die für die Einnahme der Asthmamittel spielt das in den Patientinfos und den Erläuterungen der Mediziner präsentierte Argument eine große Rolle, dass die Verengung der Atemwege in der Lunge die unmittelbare, empfundene Ursache der Brustenge darstellt, die durch erweiternde Mittel behoben werden soll.

Gegen die Richtigkeit dieser Behandlungsvorstellung spricht natürlich der Gedanke, dass durch Entlastung der Einatmungsmuskulatur diese vielleicht geschwächt wird und die Krankheit sich verschlimmert, was in etwa den Beobachtungen entspricht.

Nun soll aber gemäß einer Studie von Binks u. a. (Am J Respir Crit Care Med 2002 Jan 1;165(1):78-82) die Brustenge (tightness) nicht von der Verengung der Lungenatemwege herrühren. Die Brustenge, das unangenehme Gefühl, das den Bronchospasmus aber keine andere Störung der Atmung begleitet, wird zwar durch Erweitern der Atemwege behoben. Diese Wirkung scheint aber nicht direkt kausal zu sein. In anderen Worten, es wäre möglicherweise besser, man würde das manchmal unerträgliche Gefühl der Brustenge anders beheben, ohne dass die Atemwege medikamentös erweitert werden.

Eine solche Möglichkeit scheint das SIMT (spezifische inspiratorische Muskeltraining) zu bieten. Eine andere wäre die Methode nach Dr. med. Julius Parow (1901-1986) aus Lenzkirch im Schwarzwald. Ich habe auf meiner Webseite http://www.lrz-muenchen.de/~Provis/ mich um weitere Erklärungen bemüht.

Zum Thema SIMT wäre die Studie von Weiner u. a. (Chest 1990, Seiten 1357-61, bei der die Brustenge dysfunktionellen Einatmungsmuskeln zugeschrieben wird, und zum Thema Parow seine Bücher zu erwähnen. Siehe die kostenlosen Downloads Heilung der Atmung http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/ParowHDA.pdf Funktionelle Atmungstherapie http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/ParowFA.pdf

Will man bei der üblichen Asthmatheorie mit dem direkten Kausalzusammenhang zwischen Brustenge und Spasmus der Atemwege bleiben, gerät man in Erklärungsnot. Das Modell der Krankheit ist dann ein Phantom ohne positive Beweise für seine Existenz. Gruß, Richard Friedel.



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