Re: Essig und Butter


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Abgeschickt von H. Müller-Burzler am 10 April, 2001 um 18:55:04:

Antwort auf: Salate, Zwiebeln und Dr.Walker von Thomas F am 08 April, 2001 um 11:16:48:

Hallo Thomas,
hier erst einmal eine Antwort auf den ersten Teil der Fragen, auf den ich fast philosophisch antworten muss. Denn es gibt im Prinzip kein Lebensmittel, das nicht irgendwelche „Gifte“ enthält. Entscheidend bei der Qualitätsbeurteilung von Lebensmitteln ist immer die Anpassung unseres Körpers an möglicherweise enthaltende ungesunde Substanzen. So schädigt uns Menschen zum Beispiel die geringe Menge an Blausäure, die in süßen Mandeln enthalten ist, nicht. Bestimmte Tiere kann man jedoch mit süßen Mandeln vergiften. In dieser materiellen Welt, in der wir leben, gibt es – bis auf die Kraft der überpersönlichen Liebe – absolut nichts, das keine „negativen“ Nebenwirkungen hat, und seien diese auch noch so gering! Daher gibt es auch nur relativ gesunde Lebensmittel – allerdings sind einige dabei, die für unseren Stoffwechsel dennoch ausgesprochen günstig sind, wie Früchte, Nüsse, Ölsamen, angekeimtes Getreide u.s.w.. Je weniger daher die Lebensmittel evolutionsmäßig mit uns verwandt sind, um so weniger „schädlich“ sind die meisten von ihnen für unseren Stoffwechsel.

Nun zu Ihrer ersten Frage: Obst-, Wein- und Branntweinessig haben, solange wir uns noch nicht im Sinne der höheren Ebenen der 3. Trennkoststufe (siehe Re: Alterungsprozess) ernähren, keine negativen Wirkungen auf unseren Stoffwechsel, wenn sie in geringen Mengen zum Anmachen von Salaten etc. verwendet werden. Obstessig kann sogar ein „Heilmittel“ sein, wie man im Buch von Jarvis „Fünf mal zwanzig Jahre leben“ nachlesen kann. Aber wie gesagt, sobald wir eine höhere Dimension der Ernährung praktizieren, wird Essig zwar nicht gerade zu Gift, er blockiert dann jedoch bestimmte Stoffwechselprozesse, die durch die 3. Trennkoststufe aktiviert werden.

Butter hingegen halte ich nicht gerade für ein ideales Lebensmittel. Es stellt jedoch auch kein Gift dar! Warum es kein ideales Lebensmittel ist, habe ich auf Seite 78 in „Gesund und Allergiefrei“ angesprochen. Ganz davon abgesehen, dass im Milchfett (= Butter) ja eine Menge fettlösliche „Gifte“ gebunden sein können, aktiviert es bei Menschen, die aus dem Säuglingsalter herausgewachsen sind, zum Beispiel in Verbindung mit Brot nicht mehr den Leber-Galle-Stoffwechsel. Das betrifft natürlich ebenso allen anderen Milchprodukte mit natürlichem Fettgehalt, wie Käse, Quark, Milch, Jogurt oder Kefir. Bei einer entsprechenden Veranlagung können der häufige Verzehr von Butter und fettreichen Milchprodukten dann zu einer schwächeren Leberfunktion führen, wodurch nicht nur weniger Galle gebildet wird, sondern sich auch die Zusammensetzung der Galle krankhaft verändert, was wiederum die Entstehung von Gallensteinen fördert. Denn eine gesunde Leber produziert sogenannte essentielle Phospholipide, die das Cholesterin und die Gallensäuren der Gallenflüssigkeit in Lösung halten. Wird die Leberfunktion geschwächt, was natürlich nicht nur durch jahrelangen und häufigen Butter- oder Käseverzehr geschehen kann, sondern vor allem auch durch toxische Einflüsse (Medikamente, Alkohol, geschwächte Verdauungskraft mit der Entstehung von Fäulnis- und Gärungsgiften, länger anhaltender Leberstau etc.) oder einen Nährstoffmangel (bestimmte Vitamine, Mineralien, Aminosäuren etc.), werden mit der Zeit weniger Phospholipide gebildet und die in der Gallenblase gespeicherte und eingedickte Gallenflüssigkeit kann ausfallen (ausflocken), wodurch es zur Konkrementbildung und somit zu Gallensteinen kommt. Außerdem können solche Leberstoffwechselstörungen zur Erhöhung des Cholesterinspiegels führen, da die Leber das Cholesterin, das im Körper gebildet (der Großteil!) und mit der Nahrung zugeführt wird, nicht mehr optimal ausscheiden kann und sich somit im Blut „staut“.
Dies ist der Grund, warum es in Ländern, wo viel kaltgepresstes Olivenöl verzehrt wird, wesentlich weniger krankhafte Gallen- und Cholesterinbeschwerden vorkommen, als in den nordischen Ländern, in denen kaum kaltgepresste Öle und dafür wesentlich mehr Butter und andere Milchprodukte gegessen werden. Olivenöl hat nämlich neben dem Fett bzw. Öl aus Nüssen und Ölsamen die stärksten Aktivierungsenergien für den Fettstoffwechsel der Leber (siehe die Seiten 72 bis 78 in „Gesund und Allergiefrei“).
Mit diesen Ausführungen will ich nun keineswegs sagen, dass Butter, Milch oder Käse grundsätzlich schlecht für die Ernährung des erwachsenen Menschen sind. Man sollte jedoch nicht ständig Butter aufs Brot streichen. Viel besser passt nämlich Olivenöl zu Brot und allen Getreidegerichten. Natürlich erhöht sich dadurch auch die Lebensenergie einer solchen Nahrung, wodurch man natürlich schon zu entgiften beginnen kann.
Jetzt denken bestimmt viele Leser: Ja, was soll ich denn dann auf mein Brot schmieren? Machen wir uns einmal klar, dass das sogenannte Butterbrot eine Kulturerscheinung ist! In früheren Jahrhunderten hat man das Brot, so, wie es heute noch in mediteranen Ländern praktiziert wird, in Olivenöl eingetaucht und dann gegessen. Ich persönlich „trinke“ das Öl aus einer Tasse zu Brot oder Getreidefladen.
Einen Vorteil des Milchfetts und damit auch der Butter gegenüber Olivenöl und anderen pflanzlichen Ölen will ich jedoch noch erwähnen: Es enthält Vitamin D, A und geringe Mengen Beta-Carotin. Wer sonst kein Vitamin D mit tierischen Produkten aufnimmt, bildet das Vitamin D jedoch auch in der Haut mit Hilfe des Sonnenlichtes (siehe die Seiten 211 und 212 in „Gesund und Allergiefrei“) . Und Carotinoide kann man auch ausreichend mit Gemüse, Obst oder Süßwasseralgen (Spirulina, Chlorella etc.) aufnehmen, woraus der Körper dann Vitamin A bildet (siehe Seite 209 in „Gesund und Allergiefrei“).
Den Rest der Fragen beantworte ich in einigen Tagen.

Viele Grüße H. Müller-Burzler



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