Re: Allergieentstehung in der Schwangerschaft


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Abgeschickt von H. Müller-Burzler am 15 April, 2001 um 10:51:55:

Antwort auf: Neurobeginn in der Schwangerschaft von Diana am 10 April, 2001 um 21:05:09:

Hallo Diana,
die Ursachen der Allergieentstehung habe ich ausführlich im Artikel „Alle Allergien sind heilbar“ erläutert. Wenn Allergien in oder nach einer Schwangerschaft auftreten, hängt das damit zusammen, dass das werdende Baby für das Wachstums viele Nährstoffe an sich zieht und der Körper der Frau dadurch vorübergehend mehr oder weniger entmineralisiert. Zu den bekanntesten Mineralien, die der Phötus für sein Wachstum benötigt, gehören Kalzium, Magnesium und Eisen. Deshalb hieß es früher, dass jede Schwangerschaft „einen Zahn der Mutter kostet“. Durch den Kalzium- und Magnesiummangel können aber auch Muskelkrämpfe auftreten und ein Eisenmangel führt zur bekannten Blutarmut (Eisenmangelanämie).
Neben diesen Mineralien werden jedoch auch noch viele weitere Substanzen vom Baby für das Wachstum benötigt, die dann natürlich ebenfalls der Mutter mehr oder weniger fehlen, was natürlich ganz davon abhängt, wie sie sich ernährt. Dazu gehören auch die Spurenelemente Zink, Mangan, Chrom und Kupfer. Viele werdende Mütter können daher während der Schwangerschaft einen beträchtlichen Mangel dieser Nährstoffe entwickeln, wenn nicht für einen entsprechenden Ausgleich gesorgt wird. Die Folgen dieser Mängel können gravierend sein: Denn Zink und Mangan sind neben Magnesium und einigen weiteren Mineralien und Vitaminen ausgesprochen wichtig für die Bildung und Aktivierung von körpereigenen Enzymen, insbesondere für die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse. Liegt ein länger andauernder Mangel dieser Spurenelemente vor, kommt es unter anderem zu einer Verringerung der Enzymbildung der Bauchspeicheldrüse, zumeist der Enzyme, die für die Eiweißverdauung zuständig sind (Trypsin, Chymotrypsin etc.).
Wird die Nahrung jedoch nicht mehr richtig verdaut, beginnt sie vermehrt im Darm zu faulen, Darmflorastörungen und Darmpilze entstehen, die Darmwand wird großporiger und noch nicht verdaute (zerlegte) Eiweißbruchstücke oder –moleküle treten vermehrt ins Blut über. Das bereits durch die normalen Umweltgiftbelastungen geschwächte Immunsystem muss diese Eiweiße nun zusätzlich vernichten. Ist es überfordert, werden vermehrt Antikörper gebildet und es entstehen Allergien auf Nahrungsmitteleiweiße. Je nach den genetisch bedingten Schwachstellen des Körpers können die Allergien dann als Neurodermitis, Asthma, allergischen Schnupfen, Hyperaktivität u.s.w. (siehe die Artikel „Alle Allergien sind heilbar“ und „Hyperaktivität und chronische Müdigkeit – zwei "Volkskrankheiten" mit denselben Ursachen?“) in Erscheinung treten.
Dies ist der Hauptgrund für die Entstehung von Allergien in oder nach einer Schwangerschaft. Sie stehen also mit einem bereits vorgeschädigten Immunsystem und einer Entmineralisierung des Körpers in Verbindung, was natürlich durch eine schlechte Allgemeinernährung gefördert wird. Im Prinzip sind die Allergien daher schon latent vorhanden gewesen und wären vermutlich ohne eine entsprechende Vorsorge früher oder später sowieso aufgetreten. Die Schwangerschaft hat diesen Prozess nur beschleunigt.
In der Therapie sollte natürlich für eine Remineralisierung des Körpers gesorgt, eine geschwächte Verdauungskraft aufgebaut und der Körper entgiftet werden. Wie das geschieht, habe ich ausführlich in meinen beiden Büchern beschrieben. Allerdings sollte man keine Aufbau- und Entgiftungstherapien praktizieren, solange man schwanger ist oder stillt. Denn die sich bei jeder Entgiftungstherapie lösenden Gifte und Stoffwechselendprodukte würden sonst vermehrt über die Plazenta oder Muttermilch ins Baby gelangen! Eine wirkliche Ursachenbehandlung sollte man daher immer erst nach der Stillzeit beginnen.

Viele Grüße H. Müller-Burzler



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