Re: Blutgruppen-Diät


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Abgeschickt von H. Müller-Burzler am 15 April, 2001 um 14:22:28:

Antwort auf: Blutgruppen-Diät von Dietmar Breihof am 12 April, 2001 um 22:17:18:

Lieber Herr Breihof,
die Blutgruppenernährung wurde in den 50er Jahren von Dr. James D´Adamo entwickelt. Sie basiert vor allem auf der Erkenntnis, dass ja nach Blutgruppe bestimmte Eiweiße im Blut zu Verklumpungen (Agglutinationen) der roten und weißen Blutkörperchen führen können, womit viele Stoffwechselstörungen und Krankheiten in Verbindung stehen sollen. Unterschieden werden dabei vor allem die vier Hauptblutgruppen A, B, AB und 0. Nach D´Adamos Forschungen verträgt sich nun jede dieser vier Blutgruppen mit einigen Lebensmitteleiweißen recht gut und mit anderen überhaupt nicht. So ist zum Beispiel für die Blutgruppe A Fleisch das reinste Gift, wohingegen für die Blutgruppe 0 und B Fleisch geradezu die ideale Nahrung sei. Milchprodukte werden von B und AB recht gut vertragen, wohingegen die Blutgruppen A und 0 damit eher Probleme haben sollen.
Menschen mit der Blutgruppe A seien nach D´Adamo somit die geborenen Vegetarier, sollten aber auch auf Milchprodukte verzichten, wohingegen all jene, welche die Blutgruppe 0 haben, von der Genetik her „reine Fleischfresser“ seien. Wer die Blutgruppe B und AB hat, ist grundsätzlich am besten dran, da sie am meisten vertragen und mehr oder weniger alles essen können.
Soweit in groben Zügen die Blutgruppen-Diät. Eines hat D´Adamo jedoch bei all seinen Forschungen, die durchaus stimmen können, nicht berücksichtigt: Er geht nämlich davon aus, dass unverdaute Eiweiße ganz normal vom Darm ins Blut übertreten, was unter bestimmten Voraussetzungen auch stimmt – nämlich immer dann, wenn die Darmflora krank und die Darmwand großporiger ist. In einem gesunden Darm existiert jedoch die sogenannte „Intestinalschranke“, was soviel bedeutet, dass die gesunde Darmwand absolut undurchlässig für artfremde Eiweißmoleküle und somit für noch unverdautes Nahrungseiweiß ist (siehe auch die Seiten 49 und 50 in "Gesund und Allergiefrei"). Fremde Eiweißmoleküle oder deren größere Bruchstücke stellen nämlich hochgradig giftige Substanzen für das Blut dar und müssen vom Immunsystem sofort vernichtet werden. Normalerweise werden immer nur die Einzelbausteine der Eiweiße, die sogenannten Aminosäuren, im Darm resorbiert, woraus der Körper dann sein eigenen Eiweiß aufbaut. Alle Nahrungseiweiße werden also beim gesunden Menschen vor der Resorption durch die Magensäure und Verdauungsenzyme des Magens und der Bauchspeicheldrüse in die Aminosäuren zerlegt.
Auch wenn unter relativ gesunden Darmverhältnissen geringe Eiweißmengen ins Blut gelangen können, so stellen diese jedoch keine große Belastung für das Immunsystem dar. Völlig anders sieht es hingegen bei all jenen Menschen aus, die infolge einer fehlerhaften Ernährung mit einer Missachtung der Ernährungs- und Kombinationsregeln oder einer geschwächten Verdauungskraft (siehe den Artikel „Die sieben Säulen einer gesunden Ernährung“) eine chronisch kranke Darmflora haben, wodurch die Intestinalschranke nicht mehr intakt ist und vermehrt Eiweiße ins Blut übertreten können. Und das betrifft nach meiner Ansicht bestimmt 95 % aller Menschen in den Industriestaaten. Daher betone ich immer die große Bedeutung einer gesunden Darmflora, denn artfremdes Eiweiß im Blut macht uns einfach krank.
Auch wenn D´Adamos Erkenntnisse stimmen mögen, die ganze Wahrheit sind sie nicht. Denn wenn unsere Verdauungskraft und Darmflora gesund sind, so können wir im Prinzip aus dem Bereich der natürlichen und gesunden Lebensmittel essen, was wir wollen, ohne krank zu werden. Dann verträgt auch jeder Mensch Milchprodukte, vorausgesetzt er hat keine Milcheiweiß- bzw. Milchzuckerallergie oder eine erblich bedingte (bei vielen Asiaten) oder erworbene Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz).
Wenn wir wirklich gesund und frei sein wollen, dann sollten wir, was unseren Körper betrifft, eine gesunde Verdauungskraft und Darmflora haben, den Körper regelmäßig entgiften und uns so ernähren, dass er möglichst mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt wird. Wie wir das erreichen, habe ich ausführlich in „Gesund und Allergiefrei“ beschrieben.

Zum Schluss noch drei Beispiele, die meine Ausführungen eindeutig belegen:
Ich selbst habe die Blutgruppe 0 und bin seit 19 Jahren Vegetarier – nach D´Adamo wäre ich eigentlich der geborene Fleischesser. Nachdem ich meine Verdauungskraft in den Jahren 1991 bis 1992 aufgebaut und seitdem auch eine gesunde Darmflora habe, vertrage ich Milchprodukte problemlos.
Meine Frau und Kinder haben die Blutgruppe A und da sie eine gesunde Verdauungskraft sowie Darmflora haben, haben sie ebenfalls keine Probleme mit Milch oder deren Produkten, die bei dieser Blutgruppe nach D´Adamo ja am ehesten zu Störungen führen können.
Vor kurzem hatte ich zwei Patienten in der Praxis, die beide die Blutgruppe 0 haben. Vor wenigen Jahren waren sie bei einem Heilpraktiker, der ihnen entsprechend ihrer Blutgruppe empfohlen hatte, viel Fleisch zu essen, was sie dann auch taten. Da die eine Person noch unter einer starken Schwäche der Eiweißverdauung leidet, können Sie sich sicher vorstellen, wie es ihr mit dieser Empfehlung gegangen ist. Ihr ging es immer schlechter, da sie das viele Eiweiß nicht verdauen konnte. Aber auch der anderen Person ging es mit dem vielen Fleisch nicht gut. Denn beide essen eigentlich von ihrer geistigen Entwicklung her lieber kein oder kaum noch Fleisch. Nachdem sie schließlich auf das Buch „Gesund und Allergiefrei“ gestoßen waren, ging es mit ihrer Gesundheit aufwärts, vor allem deshalb, weil sie die Nahrung nicht mehr fehlerhaft kombinierten und die Verdauungskraft sowie den Körper mit der Heilnahrung (= 3. Trennkoststufe) aufbauten und entgifteten.

Um Ihre Frage noch zu beantworten, so bekommen Sie Ihre Allergien dauerhalft nur in den Griff, wenn Sie eine möglicherweise geschwächte Verdauungskraft regenerieren und den Körper entgiften. Falls Ihre Eiweiß-, Kohlenhydrat- oder Fettverdauung geschwächt ist, wird es Ihnen schon besser gehen, wenn Sie entsprechend meinen Empfehlungen mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen. Fleisch können Sie natürlich grundsätzlich essen, wenn Sie es gerne essen. Essen Sie jedoch nicht zu viel und halten Sie immer die Kombinationsregeln ein (siehe Seite 63 im "Handbuch für Allergiker" sowie Seite 178 in "Gesund und Allergiefrei").

Viele Grüße H. Müller-Burzler



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