Re: Fleisch als Ernährungsbestandteil in der Wissenschaft


[ Antworten nicht möglich ] [ Antworten nicht möglich ] [ Forum mueller-burzler.de ]

Abgeschickt von Chrischan am 24 September, 2001 um 03:07:33

Antwort auf: Re: Fleisch als Ernährungsbestandteil in der Wissenschaft von Gregor am 23 September, 2001 um 16:03:29:

Hallo zusammen

Bei allen Antworten auf die Frage, ob Fleisch oder nicht - und sie wird ja millionenfach gestellt - sollte man immer bedenken, ob die antwortende Person, gleichzeitig ihre Lebensanschauung zu rechtfertigen versucht. Die Konsequenzen der Antwort auf diese Frage können so weitreichend sein, daß eine blutig-durchgestandene Revolution dagegen wie Sandkastenspielen aussieht. Und weil das so ist, weil eigene und gesellschaftliche Fundamente davon tangiert werden, ist es ausserordentlich schwierig den Antwortenden einzuschätzen.

Was ist nicht schon alles im Namen einer adequaten, natürlichen und genetisch bedingten Lebensweise gerechtfertigt worden! Ich denke absolut niemand, und schon garnicht das heutige wissenschaftliche Establishment, ist in der Lage zu sagen, was für alle Menschen eine gute Ernährung ist.

Es kann niemals eine für alle gleiche Kostform geben. Und was beim einen gemessen wird, stimmt für den anderen schon garnicht. Und da nützen "Normal-" oder Durschnittswerte auch nichts. Unbestritten hat kaum ein anderes Lebensmittel zu so vielen Krankheiten geführt wie übermäßiger Fleischverzehr, wie er in den "zivilisierten" Ländern geübt wird. Hypertonie, Arteriosklerose, Rheuma sind ganz wesentlich davon geprägt.

Man muß sich schon die Mühe machen, und im Einzelfall prüfen, ob dieser Mensch bestimmte Nahrungsmittel braucht, bzw überhaupt verträgt. Es ist ziemlich unwichtig, was reingesteckt wird in den Mund. Wichtig ist allein, was verstoffwechselt wird. Und da sind wir glücklicherweise sehr anpassungsfähig.

So wird es in der Jugend schon sehr viel eher gelingen Fleisch und grobes, rohes Gemüse zu verdauen, im Alter kann das ganz anders aussehen. Wenn zB die Magensäure - warum auch immer - nicht mehr in der erforderlichen Schärfe und Menge bereitgestellt wird, dann kann man zwei Wege wählen: Entweder man möchte beim Fleisch bleiben, dann versucht man die Magensäureproduktion anzukurbeln, oder man versucht ohne Fleisch auszukommen, was m.E völlig unproblematisch ist. In jedem Fall wird sich der Organismus im Rahmen seiner verbliebenen Anpassungsfähigkeit auf die gewählte Kostform einstellen und immer versuchen, das Beste aus dem Angebotenen herauszuholen.

Es kann eigentlich immer nur zum Kampf führen, wenn man behauptet, etwas sei natürlich gegeben und unabdingbar. Es ist millionenfach bewiesen, daß Fleisch nicht nötig ist, was soll also die Sturheit. Jeder kann sich in unserer Überflußgesellschaft für die Kostform entscheiden, die es ihm ermöglicht, das Leben zu leben, das er sich vorstellt. Und es ist ohne weiteres möglich sich jeweils gesund zu ernähren, wenn man es vernünftig anstellt.

Allerdings muß man sich etwas vorstellen für sein Leben. Daß Ernährung noch sehr viel mehr bedeutet als Gesundheit, daß es etwas mit persönlicher und gesellschaftlicher Kultivierung und Denkungsart zu tun hat, wird einem bewußt, sobald man diese Fixierung auf den Popanz "Das Beste für meinen Körper" aufgibt. Wer diese Ebene nicht verläßt, wird immer wieder mit dem Schwachsinn vom "gesunden Fleisch" ankommen. Auch der Gemüsefreak und Körnerheilige ist da nicht besser.

Es hat seine Konsequenzen, was man isst. Das kann man an sich genau erfahren und entscheiden, ob man es möchte.

Ich habe mich entschieden, so wenig Fleisch wie möglich zu essen.

Lieben Gruß
Chrischan



Antworten nicht möglich



Antworten nicht möglich

Name:
E-Mail:

Subject:

Text:

Optionale URL:
Link Titel:
Optionale Bild-URL:


[ Antworten nicht möglich ] [ Antworten nicht möglich ] [ Forum mueller-burzler.de ]