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Schnelle Hilfe bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Stuhlbeschwerden und Darmpilzen bis zum Leaky-Gut-Syndrom

wenn Verdauungsenzyme und Magensäure zu wenig gebildet werden

Ursachen, Therapie und Heilung

Von Henning Müller-Burzler

Artikel vom 15.02.2016

Seit einigen Jahren nimmt die Zahl von Personen mit Verdauungsbeschwerden aufgrund einer verringerten Bildung von Verdauungsenzymen und neuerdings auch von Magensäure kontinuierlich zu. Die Nahrung wird dann nicht mehr richtig verdaut und beginnt im Darm vermehrt zu faulen und zu gären.

Wegen derartiger Störungen leiden die Betroffenen unter Blähungen, weichen Stühlen bis Durchfällen, teilweise im Wechsel mit Verstopfung oder auch dauerhafter Verstopfung sowie stark riechenden Stühlen mit einem hohen Anteil an schlecht verdauten Lebensmitteln.

Infolge der verstärkten Fäulnis- und Gärungsprozesse der Nahrung im Darm ist auch die Darmflora dauerhaft erkrankt, wodurch es zum chronischen Pilzbefall im Dünn- und Dickdarm kommt – im Dünndarm unter anderem mit höheren Entwicklungsstufen des Mucor racemosus und im Dickdarm vor allem mit Candidapilzen. Denn eine gesunde Darmflora hält das Pilzwachstum in Schach und bei kranker Darmflora können sich nicht nur krankhafte Darmkeime, sondern auch Darmpilze ungehindert höherentwickeln und vermehren.

Je stärker diese Störungen sind, desto stärker erkrankt auch die Darmschleimhaut. Ein chronischer Reizdarm und Schleimhautentzündungen des Dünn- oder Dickdarms mit oder ohne Blutungen (Enteritis, Colitis, Colitis ulcerosa) können zu den ersten Folgeerkrankungen gehören.
Weitere Erkrankungen und Symptome entstehen dann infolge der Darmflorastörungen und Darmpilze oder der permanenten Belastung des Blutes und Körpers mit den vermehrten Fäulnis- und Gärungsgiften. Dazu können, je nach Veranlagung, unter anderem Allergien, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden, chronische Müdigkeit und Erschöpfung, innere Unruhe und Gereiztheit, Schlafstörungen bis hin zu depressiven Verstimmungen gehören.


Das Leaky-Gut-Syndrom als Folge starker Verdauungsschwächen

Bei sehr starker Ausprägung dieses Krankheitsgeschehens kann es zum Leaky-Gut-Syndrom ("durchlässiger Darm") kommen. Dabei verändert sich die Darmwand wegen der stark faulenden und gärenden Lebensmittel und wird durchlässiger für noch unverdaute Nahrungsbestandteile und Fremdsubstanzen, die bei gesunden Darmverhältnissen nicht ins Blut resorbiert werden können und dort zum Teil hochgiftig sind. Dazu gehören unter anderem noch unverdaute Eiweißmoleküle und größere Eiweißbruchstücke, so genannte Polypeptide, die vom Immunsystem sofort bekämpft werden müssen – nur die Eiweißbausteine (Aminosäuren) sind physiologisch und gesund im Blut. Ein durchlässiger Darm führt zu einer chronischen Vergiftung des Blutes und des ganzen Körpers mit einer Überlastung und Schwächung des Immunsystems und einer hohen Belastung der Entgiftungs- und Ausscheidungsorgane Leber und Nieren.

Am Ende einer solchen Entwicklung können massive Lebererkrankungen und Nierenschäden stehen, wodurch man nicht nur dialyseabhängig werden kann, sondern wodurch auch eine Menge weitere Körperstörungen und Erkrankungen entstehen. Dazu gehören unter anderem Multiallergien, Lebensmittelunverträglichkeiten, die Multiple Chemikaliensensibilität (MCS), das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), Autoimmunerkrankungen und Polyneuropathien. Im Prinzip wird dadurch die Entstehung oder Verstärkung aller Erkrankungen, inklusive Zellentartungen (Krebs etc.), gefördert.


Ursachen für die Verringerung der Verdauungssaftbildung in der Bauchspeicheldrüse und im Magen

Eine gesunde Verdauungskraft der Bauchspeicheldrüse und des Magens sind somit lebenswichtig.
Die Ursachen für die Funktionsschwächen der Bauchspeicheldrüse, des Magens und teilweise auch der Gallenbildung in der Leber sind vielfältig.

Einerseits sind dafür erfahrungsgemäß chronische Virusbelastungen, vor allem mit Epstein-Barr-Viren und Coxsackieviren verantwortlich, die seit dem ersten Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende nicht nur in Deutschland, sondern weltweit stark zugenommen haben. Diese betreffen fast immer auch die Leber, wodurch es unter anderem zu einer Leberschwächung mit einer Verschlechterung der Ausscheidungsfunktionen der Leber für normale Stoffwechselendprodukte und Umweltgifte kommt und der Körper schneller als unter gesunden Bedingungen vergiftet wird und "verschlackt".
Zu den Organen, die von dieser stauungsbedingten Vergiftung besonders betroffen sind, gehört die Bauchspeicheldrüse. Infolge dessen kann es dann unter anderem zu einer Abnahme der Bildung der Verdauungsenzyme kommen. Der Magen reagiert darauf in der Regel etwas langsamer.

Andererseits belasten auch alle direkten Giftbelastungen aus der Umwelt und der Nahrung den Zellstoffwechsel und somit auch die Funktionen der Verdauungsorgane. Dazu gehören Pestizide genauso wie Industrie- und Autoabgase oder Raumgifte. Besonders negativ wirken sich diesbezüglich Schwermetalle, insbesondere Quecksilber, aus, weshalb Amalgamfüllungen in den Zähnen grundsätzlich zur Entstehung eines solchen Krankheitsgeschehens beitragen.

Darüber hinaus gibt es noch weitere infektionsbedingte (u. a. Parasiten und Borreliose), umweltbedingte (u. a. Mobilfunk), ernährungsbedingte, energetische und psychische Gründe, die dazu beitragen können, dass die Verdauungssaftbildung der Bauchspeicheldrüse und des Magens abnehmen kann.

Dauerhaft geheilt werden können alle Verdauungsschwächen der Bauchspeicheldrüse und des Magens nur, wenn die krankheitsauslösenden Faktoren erkannt und beseitigt beziehungsweise weitgehend gemieden oder reduziert werden und der Körper umfassend entgiftet wird. Zusätzlich muss eine verringerte Bildung der Verdauungsenzyme und der Magensäure in den meisten Fällen durch aktive Impulse reaktiviert werden. Dafür ist ein spezielles Wissen notwendig. Eine ernährungstherapeutische Methode wird im Buch "Auf den Spuren der Methusalem-Ernährung" beschrieben. Weitere, noch nicht von mir veröffentlichte Methoden werden in meiner Praxis angewandt (siehe Praxistätigkeit).


Schnelle symptomatische Hilfe durch Verdauungsenzym- und Salzsäurepräparate

Weil die Reaktivierung einer geschwächten Verdauungskraft der Bauchspeicheldrüse und möglicherweise auch des Magens sowie die Regeneration der Gallenbildung in der Leber einige Zeit in Anspruch nehmen, bietet sich, zumindest vorübergehend, die Substitution der fehlenden Verdauungsenzyme, Magensäure (= Salzsäure) oder Gallenflüssigkeit mit Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln an, die zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Zusätzlich sollte man sich dann mit gesunden Lebensmitteln, die richtig zubereitet und harmonisch kombiniert werden, ernähren.
Denn die beiden Hauptursachen für Verdauungsbeschwerden und eine kranke Darmflora und Darmpilze sind nicht richtig verdaute Nahrungsmittel infolge einer zu geringen Enzym-, Magensäure- oder Gallenbildung und Ernährungsfehler. Die wichtigsten Ernährungsfehler, die zu Darmflorastörungen führen, werden im Artikel "Die sieben Säulen einer gesunden Ernährung" beschrieben.

Ein Leaky-Gut-Syndrom kann daher weder durch darmabdichtende Medikamente – an deren Entwicklung wird unter anderem in den USA gearbeitet – noch durch eine Symbioselenkung mit Darmbakterien oder durch Vitamine, Mineralstoffe oder Kräuter geheilt werden. Nur wenn die fehlenden Verdauungsenzyme des Magens (Pepsin) und der Bauchspeicheldrüse (Trypsin, Chymotrypsin, Amylase, Lipase etc.) oder die fehlende Magensäure wieder in ausreichenden Mengen gebildet oder durch Nahrungsergänzungsmittel substituiert werden, kann die Nahrung wieder normal verdaut werden. Dadurch regenerieren sich die Darmflora und Darmwand dann von ganz allein – vorausgesetzt man ernährt sich gesund und verzehrt keine darmfloraschädigenden Lebensmittel und Lebensmittelkombinationen und es liegen keine Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten vor, die sich über den Darm auswirken und Schleimhautveränderungen der Darmwand verursachen.

Eine ursächliche Behandlung aller verdauungsbedingten Darmflorastörungen und Darmerkrankungen besteht daher in einer vorübergehenden Substitution der fehlenden Verdauungsenzyme und möglicherweise auch der Magensäure und Gallenflüssigkeit mit einer anschließenden Regeneration der geschwächten Verdauungsorgane beziehungsweise Leberfunktionen (die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet).
Jede andere Therapie, wie zum Beispiel Symbioselenkungen mit Darmbakterien und Colonhydrotherapien, können unter Umständen zwar nützlich und hilfreich sein, sie sind jedoch nicht in der Lage, die Ursachen für die Darmflorastörungen, Darmpilze und Darmerkrankungen zu beseitigen.


Die richtige Anwendung von Verdauungsenzym- und Salzsäurepräparaten

Bei der therapeutischen Anwendung von Verdauungsenzym-, Salzsäure- (HCl-) und Gallenpräparaten gibt es einige Faktoren zu beachten.

Einerseits muss man wissen, welche Verdauungsenzyme (Proteasen, Amylase, Lipase) in welchen Mengen substituiert werden müssen und ob auch eine Substitution von Magensäure in Form von Betain-Hydrochlorid (Betain-HCl) notwendig ist.
Auf keinen Fall sollte verdünnte, flüssige Salzsäure eingenommen werden, weil diese zu Verätzungen der Mund- und Speiseröhrenschleimhäute führt und den Zahnschmelz angreift.

Des Weiteren muss man die Effektivität der Präparate kennen, das heißt, man muss wissen, wie viel Eiweiß und Fett und wie viele Kohlenhydrate mit den jeweiligen Produkten verdaut werden können. Darüber hinaus muss man den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettgehalt der aufgenommenen Nahrung berechnen können. Denn die Präparate sollten nicht unterdosiert werden. Für die Berechnung der Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettmengen in der Nahrung empfehle ich die Verwendung einer Nährwerttabelle. Die von mir verwendeten und empfohlenen Tabellen sind "Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle 2016/2017" von Gräfe und Unzer und "Der kleine Souci, Fachmann, Kraut – Lebensmitteltabelle für die Praxis" von der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft.

Zu guter Letzt muss man wissen, wie die Präparate am besten eingenommen werden, was von Fall zu Fall etwas unterschiedlich sein kann. Auf keinen Fall sollten sie vor dem Essen eingenommen werden, wie es auf einigen Etiketten, Beipackzetteln oder Verpackungen empfohlen wird, sondern immer während und/oder nach dem Essen. Denn nur dadurch kann es zu einer optimalen Vermischung der Enzyme und gegebenenfalls auch des Betain-HCls oder der getrockneten Gallenflüssigkeit mit dem Nahrungsbrei im Magen kommen.
In meinen Therapien arbeite ich neben der Verwendung von Pepsin und Betain-HCl ausschließlich mit pflanzlich hergestellten, säurestabilen Verdauungsenzymen (u. a. Trypsin, Chymotrypsin, Amylase, Maltase, Lipase), die durch die Magensäure nicht deaktiviert werden und daher bereits im Magen zu wirken beginnen. Diese Präparate sind nicht nur vegan, sondern auch hypoallergen. Ausschließlich die getrocknete Gallenflüssigkeit ist tierischen Ursprungs.


Starke Entgiftung durch Enzym- und Salzsäuresubstitution bei starken Verdauungsschwächen

Bezüglich der Dosierung der Präparate ist zu beachten, dass bei einer relativ starken Verdauungsschwäche der Bauchspeicheldrüse oder des Magens die anfängliche Dosierung der Verdauungsenzyme und des Betain-HCls nicht zu hoch sein darf. Denn bei einer zu schnellen Verbesserung der Verdauungskraft kommt es zu einer indirekten Entgiftung des Körpers mit zum Teil sehr unangenehmen Symptomen, unter anderem zu einer vorübergehenden Verstärkung der bereits bestehenden Krankheiten und Krankheitssymptome.

Diese indirekte Entgiftung entsteht folgendermaßen: Je besser die verzehrte Nahrung verdaut wird, desto weniger fault und gärt sie im Darm und desto schneller regenerieren sich bei gesunder Ernährungsweise die Darmflora und Darmwand von ganz allein, sofern man nicht mit der Darmschleimhaut allergisch auf die verzehrten Lebensmittel reagiert und keine anderen Lebensmittelunverträglichkeiten vorliegen, die zu Darmveränderungen führen (z. B. Glutenunverträglichkeit). Dadurch kommt es zu einer Verringerung der Blutbelastung mit Fäulnis- und Gärungsgiften und unverdauten Nahrungsbestandteilen, wodurch sich die Blutqualität verbessert. Die Blutqualität steht aber in einer direkten Beziehung zum Bindegewebe des Körpers und eine besser werdende Blutqualität führt automatisch zu einer vorübergehenden indirekten Entgiftung des Bindegewebes, die so lange anhält, bis das Bindegewebe ein ähnliches Belastungs- beziehungsweise Reinheitsniveau wie das Blut aufweist.

Wegen dieser vorübergehenden indirekten Bindegewebsentgiftung, die bei Personen mit starken Verdauungsschwächen sehr stark sein kann, darf man die zu substituierenden Enzymmengen und das Betain-HCl in vielen Krankheitsfällen nur sehr langsam steigern, bis man die Normaldosis erreicht hat. Zusätzlich kann man auch leber- und nierenunterstützende Maßnahmen anwenden, um die indirekte Entgiftung besser abfangen zu können.

Auch wenn diese indirekte Entgiftung vorübergehend sehr stark sein kann, handelt es sich hierbei nur um eine oberflächliche Entgiftung des Körpers und keinesfalls um eine "Tiefenreinigung", die für eine Besserung oder Heilung vieler Krankheiten und Körperstörungen notwendig ist.

Die beiden Hauptgründe für unwirksame und unverträgliche Enzymtherapien sind somit falsche Dosierungen der Präparate, zumeist aus Unkenntnis bezüglich deren Zusammensetzung und Effektivität, und zu schnelle Steigerungen beziehungsweise zu hohe anfängliche Einnahmemengen. Dadurch kann die indirekte Entgiftung dann so stark werden, dass man die dadurch entstehenden Symptome fälschlicherweise mit einer Unverträglichkeit der Enzympräparate gleichsetzt.


Individuelle telefonische Beratung

Wünschen Sie eine persönliche Beratung bezüglich einer effektiven Einnahme von Verdauungsenzymen und/oder Betain-HCl, können Sie sich gerne an mich wenden und mit mir einen offiziellen Telefontermin ausmachen, siehe den Text "Telefonische Beratungen" unter Praxistätigkeit (ganz unten). Je nach Vorkenntnissen dauert eine derartige Beratung zwischen 15 und 60 Minuten. Zur Terminvereinbarung können Sie uns in den telefonischen Sprechzeiten anrufen oder eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen oder mir eine E-Mail schreiben (siehe Kontakt).
Selbstverständlich können wir bei Bedarf auch Ihre Ernährungsweise besprechen, um diese zu optimieren und mögliche darmfloraschädigende Ernährungsfehler aufzudecken.
Zusätzliche Fragen zu diesen Themen kann ich aus zeitlichen Gründen nur in einem persönlichen Gespräch beantworten.



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