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Überarbeitete und aktualisierte Fassung vom 13.09.2022

 

Die sieben Säulen einer gesunden Ernährung

von Henning Müller-Burzler


Die große Bedeutung einer gesunden Darmflora

Für eine gesunde Ernährung sind viele Faktoren von Bedeutung. Neben einer guten Nährstoffversorgung (siehe Punkt 6) gehört dazu unter anderem eine gesunde Darmflora. Denn eine kranke Darmflora mit zusätzlichen Dünn- und Dickdarmpilzen steht in einer direkten Beziehung zu vielen körperlichen Störungen und Krankheiten und kann auch negative Wirkungen auf die psychische Verfassung haben.

Die wichtigsten krankmachenden Pilzstämme sind im Dünndarm der Mucor racemosus und die höheren Entwicklungsstadien des Aspergillus niger und im Dickdarm die verschiedenen Candidapilze. Alle Pilzstämme können grundsätzlich ins Blut übertreten und über das Blut alle Organe und Körperbereiche befallen.

Mucor racemosus: Der Mucor racemosus kann unter anderem an der Entstehung von Arteriosklerose, Krampfadern, grauem Star und Haarausfall beteiligt sein.

Aspergillus niger: Die höheren Entwicklungsstadien des Aspergillus niger können eine wichtige Ursache für Arthritis, Arthrose und rheumatische Erkrankungen sowie eine Teilursache von Krebs sein.

Candidapilze: Die Candidapilze sind häufig haupt- oder mitverantwortlich für Kopfschmerzen und Migräne, Rücken- und Nackenverspannungen, Ischialgien und Lumbalgien, Hautpilze und depressive Verstimmungen.


Eine gesunde Darmflora hält das Pilzwachstum in Schach

Eine gesunde Darmflora verhindert nicht nur die Vermehrung und Ausbreitung von krankmachenden Bakterien und Pilzen im Darm, sondern kann diese auch überwinden.
     Aus diesem Grund macht es nicht viel Sinn, gegen krankmachende Bakterien und Pilze im Darm ausschließlich mit Probiotika oder medikamentös vorzugehen. Vielmehr sollte auf natürliche Weise für eine gesunde Darmflora gesorgt werden, wodurch allen krankmachenden Darmbakterien und Darmpilzen die Lebensgrundlage entzogen wird.


Eine gesunde Darmflora bildet wichtige Vitamine und stärkt das Immunsystem

Eine gesunde Darmflora verhindert jedoch nicht nur die Vermehrung und das Wachstum von krankmachenden Bakterien und Pilzen im Darm, sondern bildet auch mehrere lebenswichtige Vitamine in nennenswerten Mengen, wie Vitamin K, Biotin und andere B-Vitamine, und das Enzym Phytase und kann auf mehrfache Weise zur Stärkung des Immunsystems beitragen.

Um eine gesunde Darmsituation zu bekommen, müssen neben einer gesunden Verdauungsleistung des Magens und der Bauchspeicheldrüse mehrere Ernährungsregeln eingehalten werden.

 

1. Raffinierter Zucker: der stärkste Darmflora-Killer

Der Verzehr von raffiniertem Zucker (Saccharose) und seinen Nebenprodukten, wozu unter anderem isolierter Traubenzucker (Glucose) und Fruchtzucker (Fructose) gehören, sowie von allen auskristallisierten weißen und braunen Zuckerarten, wie Rohrohrzucker und Rohzucker, führt immer zu einer Schwächung und Erkrankung der Darmflora.
     Aus diesem Grund sollten diese Zuckerarten und alle Produkte, in denen sie enthalten sind, möglichst gemieden werden.

Nicht betroffen von derart negativen Auswirkungen auf die Darmflora sind alle naturbelassenen Zuckerarten. Dazu gehören unter anderem echter Honig, Vollrohrzucker (getrockneter Zuckerrohrsaft), Vollzucker (getrockneter Zuckerrübensaft), Kokosblütenzucker und alle eingedickten natürlichen Frucht- und Pflanzensäfte, wie Ahornsirup, Agavendicksaft, Zuckerrübensirup, Dattelsirup, Apfeldicksaft und Birnendicksaft.

 

2. Vollkorngetreide plus raffinierter Zucker ist gleich Gift

In der zweiten Ernährungsregel geht es ebenfalls um die raffinierten und auskristallisierten weißen und braunen Zuckerarten, und zwar in Kombination mit Lebensmitteln, die sich nicht mit ihnen im Magen-Darm-Trakt vertragen. Dazu gehören alle ungeschälten Samen, wie Vollkorngetreide, getreideähnliche Samen, Hülsenfrüchte, Nüsse und Ölsamen, sowie deren vollwertige Produkte.

Beim Verzehr von Mahlzeiten und Produkten, in denen derartige Kombinationen vorkommen, entstehen im Verdauungstrakt einerseits starke bioelektrische Spannungen, die für Unwohlsein, Blähungen, Bauchschmerzen oder Sodbrennen verantwortlich sein können, andererseits aber auch starke Darmflorastörungen. Letztere können dann noch stärker ausgeprägt sein, als wenn die raffinierten oder auskristallisierten Zuckerarten für sich allein oder mit weniger zuckerempfindlichen Lebensmitteln verzehrt werden.

Eine Weißmehlsemmel mit konventioneller Marmelade oder ein Weißmehlkuchen mit raffiniertem Zucker sind zwar keineswegs gesund, sie schädigen die Darmflora jedoch weniger stark als die Kombinationen von raffiniertem und auskristallisiertem Zucker mit Vollkorngetreide oder Nüssen und Ölsamen.

 

3. Krank durch Vollkorngetreide mit Fleisch, Fisch und Eiern

Vollkornprodukte sind gesund. Ebenso enthalten Fleisch, Fisch und Eier wichtige Inhaltsstoffe, die aber auch mit anderen Lebensmitteln aufgenommen werden können.
     Nehmen wir Vollkorngetreide jedoch mit Fleisch, Fisch oder Eiern in einer Mahlzeit zu uns, entstehen, je nach der verzehrten Menge, dieselben Darmflorastörungen und Darmpilze, wie durch den Verzehr von raffiniertem Zucker oder Rohrohrzucker. Darüber hinaus erzeugen diese Kombinationen ebenfalls bioelektrische Spannungen im Magen-Darm-Trakt. Dasselbe gilt für den Verzehr von Hülsenfrüchten und Nüssen und Ölsamen mit Fleisch, Fisch und Eiern.

Aus diesen Gründen sollte man Fleisch, Fisch und Eier ausschließlich mit Gemüse, Salaten und Kartoffeln, Milchprodukten, Ölen und Fetten oder mit Obst verzehren. Gemeinsam mit Weißmehlnudeln, geschältem Reis oder hellen Brotsorten aus ausgemahlenen Mehltypen (405er- bis 1050er-Mehl) sind diese Kombinationen zwar weniger darmfloraschädigend, gesund sind solche Mahlzeiten vor allem wegen ihrer übersäuernden Eigenschaften aber nicht.

 

4. Darmpilze durch Getreide und Gemüse mit sauren Früchten

Wer bereits keinen raffinierten Zucker oder Rohrohrzucker mehr zu sich nimmt und auch die Kombinationen von Vollkorngetreide mit Fleisch, Fisch und Eiern in derselben Mahlzeit meidet, kann dennoch einige Fehler in der Ernährung machen. Denn es gibt noch weitere Kombinationsfehler, wodurch ebenfalls starke Darmflorastörungen und bioelektrische Spannungen im Magen-Darm-Trakt entstehen können.

So vertragen sich alle Lebensmittel, die viel Stärke enthalten, und alle Gemüsearten nicht mit sauren Früchten in derselben Mahlzeit. Davon betroffen sind alle Getreidearten, getreideähnlichen Samen und Hülsenfrüchte sowie Maronen und alle Gemüse- und Salatsorten, inklusive Kartoffeln, Kräuter und Pilze. Diese Lebensmittel und deren Produkte, wie Säfte und Smoothies, sollten daher nicht mit fruchtsäurereichen Früchten oder Fruchtsäften zusammen verzehrt werden.

Möchte man Getreide oder getreideähnliche Samen mit Obst kombinieren, zum Beispiel in einem Müsli oder Kuchen, sollten dafür ausschließlich fruchtsäurearme, süße Früchte, wie Datteln, Feigen, Birnen, Bananen oder Sultaninen, verwendet werden.

Salate macht man wegen dieser Ernährungsregel nicht mit Zitronensaft, sondern mit Essig an, am besten mit Branntwein-, Reis- oder Weinessig. Apfel- beziehungsweise Obstessig ist in Kombination mit Gemüse weniger empfehlenswert. Denn Essigsäuren vertragen sich wesentlich besser mit Getreide, Hülsenfrüchten und Gemüse in einer Mahlzeit als größere Mengen an Fruchtsäuren.

 

5. Darmflorastörungen durch rohes Getreide und rohe Nüsse mit Salz

Neben diesen schon etwas bekannteren Ernährungsregeln gibt es noch eine fünfte weniger bekannte Regel, die ebenfalls von großer Bedeutung für eine gesunde Darmflora und die Gesundheit ist. Es handelt sich dabei um die schlechte Verträglichkeit von rohen Samen mit Salz.

So vertragen sich alle rohen Samen im ungekeimten und gekeimten Zustand nicht mit natriumhaltigen Salzen, wie normalem Stein-, Meer- und Kochsalz und Natron (Natriumhydrogencarbonat), im Verdauungstrakt. Diese Regel betrifft alle rohen Getreidearten und getreideähnlichen Samen, alle rohen Nüsse und Ölsamen und alle anderen rohen Samen, unter anderem rohe Senfsamen. Die Kombination von Salz mit diesen Lebensmitteln kann, je nach den verzehrten Mengen, ebenfalls starke Magen-Darm-Störungen mit entsprechenden Darmfloraerkrankungen und Darmpilzen verursachen.

Rohe Hülsenfrüchte, inklusive deren Keimlinge und Sprossen, gehören zwar ebenfalls dazu, da sie im rohen Zustand aber mehrere giftige Substanzen enthalten, sollten sie immer im gekochten oder gebackenen Zustand verzehrt werden.

Alle ausreichend erhitzten Samen und deren ausreichend erhitzte Produkte, wie durchgebackenes Brot oder ausreichend lange gekochte Nudeln, vertragen sich hingegen sehr gut mit Salz im Verdauungstrakt.

 

6. Gute Nährstoffversorgung

Neben diesen fünf Grundregeln gibt es noch viele weitere Faktoren für eine gesunde Ernährung. Bezüglich der Inhaltsstoffe sollte vor allem auf eine gute Versorgung des Körpers mit hochwertigem Eiweiß, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und den lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen geachtet werden.

Hochwertiges Eiweiß: Hochwertiges Eiweiß ist deshalb wichtig, weil alle Körperfunktionen, inklusive dem Immunsystem, von einer ausreichenden Eiweißmenge im Blut abhängig sind. Besteht für längere Zeit ein Eiweißmangel, nimmt dadurch nicht nur die Muskelmasse ab, sondern es können dann auch viele körperliche Störungen und Krankheiten entstehen.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren und gute Basisöle und -fette: Zu den lebenswichtigen Fettsäuren gehören vor allem die drei Omega-3-Fettsäuren alpha-Linolensäure, EPA und DHA und die Omega-6-Fettsäure Linolsäure. Diese sollten zwar in ausreichenden, aber begrenzten Mengen aufgenommen werden, weil ein Zuviel davon auch nachteilige Wirkungen im Körper haben kann. Dies betrifft nicht nur die Linolsäure, sondern auch alpha-Linolensäure, EPA und DHA.
     Aus diesem Grund sollten als Basisöle und -fette in der Küche pflanzliche oder tierische Öle und Fette verwendet werden, die überwiegend einfach ungesättigte Fettsäuren, wie Ölsäure, und natürliche gesättigte Fettsäuren enthalten.
     Das gesündeste und ausgewogenste Basisöl ist Olivenöl neben Avocadoöl und Butter. Diese werden dann durch die pflanzlichen Öle mit hohem Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie kaltgepresstem Leinöl und Sonnenblumenöl, und bei Bedarf auch mit Algenölen, die viel EPA und DHA enthalten, ergänzt, mehr dazu im Blog-Artikel "Olivenöl - das beste pflanzliche Öl" auf www.methusalem-ernaehrung.de.

Vitamine: Alle Vitamine sind wichtig. Denn bei einem stärkeren Mangel eines lebenswichtigen Vitamins entstehen automatisch körperliche Störungen bis hin zu schweren Krankheiten.
     Dennoch haben einige Vitamine in unserer heutigen Zeit eine besondere Bedeutung. Dabei handelt es sich um die Vitamine, die primär wichtig für die Stärkung des Immunsystems sind. Dazu gehören vor allem Vitamin C, Beta-Carotin und Vitamin D und E.
     In Verbindung mit einigen Mineralstoffen, wie Zink, Kupfer, Selen und Silicium, und sekundären Pflanzenstoffen spielen sie eine große Rolle, um damit auch schwere virusbedingte Infektionen abwehren oder therapieren zu können, inklusive Corona-Infektionen und Long Covid.

Mineralstoffe: Ebenso wie die Vitamine sind alle essenziellen Mineralstoffe lebenswichtig.
     Eine Mineralstoffverbindung wird jedoch selten beachtet, weshalb ich an dieser Stelle kurz darauf eingehe. Dabei handelt es sich um Natriumchlorid, also das ganz normale Salz.
     So ist Natriumchlorid nicht nur für einen gesunden Zellstoffwechsel, sondern auch für die Magensäurebildung notwendig. Denn die Chloridionen des Natriumchlorids sind ein wichtiger Bestandteil der Magensäure (Salzsäure, HCl). Wird zu wenig Salz mit der Nahrung aufgenommen, nimmt die Magensäurebildung allmählich ab, wodurch eiweißreiche Lebensmittel schlechter verdaut werden.
     Wenn das mit der Nahrung aufgenommene Eiweiß nicht mehr ausreichend von der Magensäure verdaut werden kann, liegt die Nahrung nicht nur schwerer und länger im Magen, sondern das unverdaute Eiweiß beginnt dann auch verstärkt im Darm zu faulen. Die Folgen sind verdauungsbedingte Darmflorastörungen und Darmpilze sowie mehrere Darmbeschwerden, wie Blähungen, weiche, stärker riechende Stühle bis hin zu Durchfällen oder hartnäckigen Verstopfungen.
     Der Tagesbedarf von Salz liegt für Erwachsene bei normaler Ernährungsweise bei 3 bis 5 g, mehr zum Thema gesunde Salzarten siehe den Blog-Artikel "Das Salz des Lebens" auf www.methusalem-ernaehrung.de.

 

7. Krank durch eine Verdauungsschwäche

Trotz Beachtung und Einhaltung der bisher beschriebenen Gesundheitsfaktoren gibt es zunehmend mehr Menschen, die unter mehr oder weniger starken Verdauungsbeschwerden, Darmflorastörungen und Darmpilzen, Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten und vielen weiteren Symptomen und Körperstörungen leiden. Eine der wichtigsten Hauptursachen dafür ist eine geschwächte Verdauungsleistung des Magens und der Bauchspeicheldrüse, wodurch die verzehrte Nahrung nicht mehr richtig verdaut werden kann und verstärkt im Darm zu faulen und zu gären beginnt.

Grundsätzlich gilt die Regel: Die gesündeste Nahrung wird im Darm zu Gift, wenn sie nicht richtig verdaut werden kann. Aus diesem Grund sind eine gesunde Verdauungsleistung des Magens und der Bauchspeicheldrüse sowie eine gesunde Gallenbildung in der Leber von primärer Bedeutung für die Gesundheit.

 

Die wichtigsten Ernährungsregeln und -faktoren im Überblick

  • Nehmen Sie so wenig raffinierten Zucker, Rohrohrzucker und andere auskristallisierte Zuckerarten wie möglich zu sich.

  • Vermeiden Sie die Kombinationen von raffiniertem Zucker und Rohrohrzucker mit Vollkorngetreide, Nüssen und Ölsamen, Hülsenfrüchten oder deren vollwertigen Produkten in derselben Mahlzeit.

  • Essen Sie Fleisch, Wurst, Fisch und Eier nicht mit Vollkorngetreide, Nüssen und Ölsamen, Hülsenfrüchten oder deren vollwertigen Produkten in einer Mahlzeit.

  • Kombinieren Sie Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse nicht mit sauren Früchten oder deren Säften.

  • Essen Sie rohes Getreide und rohe Nüsse und Ölsamen nicht zusammen mit Salz oder salzhaltigen Lebensmitteln.

  • Achten Sie auf eine gute Versorgung des Körpers mit den lebenswichtigen Nährstoffen, insbesondere mit hochwertigem Eiweiß, den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und den immunstärkenden Vitaminen und Mineralstoffen, und nehmen Sie nicht weniger als 3 bis 5 g Salz pro Tag zu sich.

  • Sorgen Sie für eine gesunde Verdauungsleistung des Magens und der Bauchspeicheldrüse. Sie ist die Wurzel unserer Gesundheit.

Ausführlich und mit vielen praktischen Tipps werden die in diesem Artikel angesprochenen Themen in den ersten beiden Bänden der neuen Methusalem-Buchreihe beschrieben: