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Linsen gekeimt und gekocht

Allgemeine Informationen siehe Übersichtsseite


Linsen einmal ganz anders: angekeimt und frisch gekocht. Diese Variante hat zwei deutliche Vorteile gegenüber normal gekochten Linsen: Sie sind wesentlich besser verdaulich und blähen nicht mehr und sie hinterlassen ein leichteres Gefühl im Verdauungstrakt und Körper. Aber auch ihre Konsistenz und ihr Geschmack sind anders: Nach dem Kochen sind sie noch bissfest und sie schmecken ein wenig wie Gemüse. Durch den Keimprozess werden zwar auch eine Menge zusätzliche Nährstoffe gebildet, diese werden jedoch größtenteils durch das Kochen wieder zerstört.

Da alle Hülsenfrüchte im ungekeimten und angekeimten Zustand blausäurehaltiges Phasin und starke Enzymhemmer, so genannte Trypsininhibitoren, enthalten, müssen sie grundsätzlich immer längere Zeit erhitzt werden. Nur lang gesprosste Hülsenfrüchte, wie zum Beispiel 6 bis 10 cm lange Mungbohnensprossen, müssen nur noch 10 Minuten lang gekocht beziehungsweise glasig gedünstet werden, weil sie durch den langen Keimprozess geringere Mengen dieser giftigen Substanzen enthalten.

Um Linsen richtig anzukeimen, müssen sie ausreichend lange in frischem Wasser eingeweicht werden. Die Einweichzeit für normal große Tellerlinsen beträgt 7 Stunden, für sehr kleine Linsen, wie die Belugalinsen, nur 6 Stunden. Sinnvoll ist es, nach zwei bis vier Stunden einen Wasserwechsel vorzunehmen, da beim Einweichvorgang verschiedene Substanzen und organische Säuren ins Wasser abgegeben werden, die bei zu hoher Konzentration die Keimfähigkeit des Keimlings verschlechtern. Im Winter sollten sie nicht zu kalt stehen, da sich der Quellvorgang der Früchte sonst verlangsamt.

Nach dem Einweichen sollten die Linsen gut gespült und das Wasser abgegossen werden. Zum Ankeimen werden sie am besten in einer abgedeckten Schüssel bei Raumtemperatur oder im Heizungsraum (Heizungskeller) stehen gelassen. Um sie feucht zu halten, sollten sie morgens und abends gespült beziehungsweise kurz gewässert werden. Nach ungefähr 2 Tagen, inklusive der Einweichzeit, sind die Linsen fertig angekeimt. Die Keimlingslänge beträgt dann ungefähr einen Zentimeter. Sie können in diesem Zustand gekocht oder in einer Dose im Kühlschrank mindestens 7 Tage für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden. Durch die Kühlung wird der weitere Keimprozess deutlich verlangsamt.

Möchten Sie hingegen "Linsengemüse" essen, können sie aus den kurz angekeimten Linsen auch lange Sprossen züchten. Die gekochten beziehungsweise gedünsteten Sprossen haben jedoch gegenüber den nur kurz angekeimten Linsen andere ernährungsphysiologische Wirkungen. In erster Linie fehlen ihnen die so genannten Yang-Energien, wodurch sie den Körper wesentlich schlechter wärmen, was vor allem in den kalten Jahreszeiten von Bedeutung ist. Dies betrifft natürlich alle längeren Sprossen von Hülsenfrüchten und anderen Samen gegenüber kurz angekeimten Keimlingen.

Damit aus angekeimten Linsen eine gut schmeckende und leicht verdauliche Mahlzeit wird, sollten sie mindestens eine Stunde lang gekocht werden, optimal ist sogar eine Kochzeit von 1,5 bis 2 Stunden. Die längere Kochzeit hat vor allem energetische Vorteile, das heißt bestimmte Heilenergien werden dadurch verstärkt. Mehr als 2 Stunden sollten sie hingegen nicht gekocht werden.
Falls Sie in höheren Lagen über dem Meeresspiegel leben, denken Sie bitte daran, dass bis zu einer Höhe von 1000 Metern die Kochtemperatur des Wassers um 1°C pro 100 Meter aufgrund des geringer werdenden Luftdrucks abnimmt. Auf einer Höhe von 700 m ü. N. N. kochen Sie dementsprechend mit ungefähr 93°C. Für ein optimales Aufschließen von Hülsenfrüchten, vor allem von ungekeimten Linsen, Bohnen oder Erbsen, müssen diese dann deutlich länger als normal gekocht werden. Andererseits können Sie aber auch einen Dampfdrucktopf mit zwei Druckstufen verwenden. In der Regel erhöht sich die Kochtemperatur in der ersten Stufe um zirka 7°C, weshalb Sie auf einer Höhe von 700 m ü. N. N. dann mit genau 100°C kochen würden.

Selbstverständlich kann man Hülsenfrüchte auch auf Vorrat kochen. Die gekochten Früchte können dann im Kühlschrank aufbewahrt oder in einem Glas eingeweckt werden.
Geschmacklich mit einem hochwertigen Salz, wie Kristall- oder Steinsalz, und kaltgepresstem Olivenöl abgerundet, werden alle gekochten Hülsenfrüchte zu einer wohlschmeckenden und relativ heilkräftigen Mahlzeit. Natürlich kann man auch noch eine Gemüsesorte dazu essen. Je mehr Salat- und Gemüsesorten Sie jedoch dazukombinieren, desto schwächer werden die positiven Gesundheitswirkungen.

Von den Bohnen eignen sich vor allem Mungbohnen für das Ankeimen. Nach einer Einweichzeit von 10 Stunden keimen sie in einem warmen Raum sehr schnell an und sind bereits am nächsten Tag fertig angekeimt. Die Kochzeiten sind genauso lang wie von angekeimten Linsen.
Aus Mungbohnen lassen sich über mehrere Tage auch hervorragend Mungbohnensprossen züchten. Wenn diese eine Länge von mindestens 5 bis 6 cm erreicht haben, beträgt die notwendige Mindestkochzeit nur noch 10 Minuten.

Zusammenfassung

EinweichzeitenKeimzeitenKochzeiten
Linsen (gekeimt)6 - 7 Std.ca. 36 Std.mind. 1 Std., optimal 2 Std.
Mungbohnen (gekeimt)10 Std.ca. 12 Std.mind. 1 Std., optimal 2 Std.






gekeimte Linsen







 

Linsen werden gewässert

 

eingeweichte ungekeimte Linsen

 

gekeimte Linsen 2

 

gekeimte Linsen 3

 

gekochte gekeimte Linsen

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